Wissenswertes



Wissenswertes rund um das Kondom

Ein Bericht von Dr. Ramona Volkert

(Dieser Text von Frau Dr. Volkert erschien zuerst in HIV & more, 3/2006, S. 13 und danach als Nachdruck in
 posT - Magazin der Hessischen AIDS-Hilfen und der Hannöverschen AIDS-Hilfe, Ausgabe November/Dezember 2006, S. 2-3.
 Wir danken Frau Dr. Volkert für die Genehmigung zur Veröffentlichung im Rahmen unserer Homepage.)

Die ersten wirkungsvollen Kondome wurden vermutlich im 17. Jahrhundert aus tierischen Membranen hergestellt. 1855 erfand Charles Goodyear das Gummikondom, das 1870 zunächst noch zwei Millimeter dick und mit Seitennaht in Serie ging. 1912 gelang Julius Fromm die Herstellung eines nahtlosen Modells und seit 1930 wird Latex als Material verwandt. Mittlerweile sind auch Kondome aus Polyethylen (PE) und Polyurethan (PUR) auf dem Markt, deren Wirksamkeit mit Latex-Kondomen vergleichbar sein soll. Allerdings fehlen hier noch Testergebnisse und langjährige Erfahrungen.

Historische Präservative mit Reizeinrichtungen

[Historische] Präservative mit Reizeinrichtungen -
Aufgesetzte Gummiteile wirken als mechanische Reizmittel.
(Aus den Sammlungen des Instituts für Sexualwissenschaft Berlin)

Normierung

1980 gab es die ersten Versuche einer Qualitätssicherung für Kondome, die dann 1996 als "Verhüterli-Norm" DIN EN 600 in Kraft trat. Diese Normierung regelte die Größe (mindestens 17 cm lang und 4,4-5,6 cm breit) und die Testverfahren, mit denen Präservative auf Haltbarkeit, Festigkeit und Dichtigkeit geprüft werden. Seit 2002 gilt die internationale Norm EN ISO 4074, die unter anderem einen flexibleren Spielraum für die Größe einräumt. Das Kondom muss hiernach mind. 16 cm lang sein und je nach Breite ein bestimmtes Mindestvolumen garantieren. Die Beschränkung auf maximal 5,6 cm Breite besteht nicht mehr. Der Hersteller muss lediglich eine Standardabweichung von /+1-/2 mm gegenüber dem auf der Verpackung angegebenen Wert einhalten.

Ethymologie

Über die Herkunft des Namens "Kondom" gibt es viele Theorien. Die verbreitetste ist, dass sie ihren Namen von Dr. Condom erhalten haben, der Hofarzt von Charles II. war und der Hammeldärme zur Empfängnis- und Infektionsverhütung empfohlen haben soll. Eine andere Variante bezieht sich auf die Kombination der Wortbestandteile "con" (ital., bzw.vom lat. "cum" abgeleitet, für "mit") und "doma" (vom lat. "domus" für "Haus" oder "Kuppel"). Im 18. Jahrh. wurden sie "English Overcoats" genannt und dienten als Schutz gegen die "Englische Krankheit". Heute gebräuchliche Begriffe sind "Pariser", "Verhüterli", "Lümmeltüte", "Präser(l)", "Gummi", "Nahkampfsocke", "Frommi", "Londoner", "Überzieher", "Tüte", "Rammelbeutel".

Verbreitung

Der Verkauf von Kondomen war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vielerorts verboten beziehungsweise nur zum medizinischen Gebrauch erlaubt. In Irland galt eine solche Regelung sogar noch bis Anfang der 90er Jahre.

Im Ersten Weltkrieg gehörten Kondome zur Standardausrüstung der Soldaten. Die deutsche, französische und britische Armee verteilte Kondome unter den Soldaten. Die US-Armee jedoch tat dies nicht, mit der Folge, dass die US-Soldaten viel häufiger unter Geschlechtskrankheiten litten als Angehörige anderer Armeen.



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© 2007 Dr. Ramona Volkert & HuK Hannover e.V. -
letzte Änderung am 10.01.2007