Wissenswertes



Hannover wird bunt:
Hannover als lesben- und schwulenfreundliche Stadt

(Eine Information der Stadt Hannover aus dem Jahre 2004)

Hannover wird bunt (1) - Titelseite und Impressum:

"Landeshauptstadt Hannover,
Der Oberbürgermeister,
Referat für Frauen und Gleichstellung, 
Trammplatz 2, 30159 Hannover, 

Redaktion: Regina Kohrt, Axel Blumenthal, 
Gestaltung: Sabine Panse, panse + klein, grafikdesigner, 
Druck: Druckerei Hartmann GmbH, Hannover, 
Stand: Dezember 2003"
Hannover wird bunt (2):

[Linke Seite:] Grußwort des Oberbürgermeisters (mit einem kleinen Foto): 

"Hannover wird bunt ... seit wir die offiziellen Lebenspartnerschaften lesbischer und schwuler Menschen eintragen, seit wir die Eurogames 2001 in unserer Landeshauptstadt gefeiert haben und insbesondere auch seit wir in unserem Referat für Frauen und Gleichstellung eine Ansprechpartnerin für Lesben und einen Ansprechpartner für Schwule haben. Beide stehen nicht nur den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, sondern allen lesbischen und schwulen Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Rat und Tat zur Seite und vor allem mit offenen Ohren für Ideen, neue Projekte und Aktionen zur Verfügung.

Einer der ersten Arbeitsschwerpunkte der Mitarbeiterin und des Mitarbeiters war die Befragung der Stadtverwaltung und der Stadtgesellschaft: Wie tolerant und aufgeklärt präsentiert sich die Verwaltung ihren Bürgerinnen und Bürgern? Gibt es spezielle Angebote für Lesben und Schwule? Wie geht die Stadtverwaltung mit ihren eigenen lesbischen und schwulen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um?

Sowohl die interne Befragung der Fachbereiche als auch die Befragung von Einwohnerinnen und Einwohnern auf dem Tummelpatz und ein Stammtisch für lesbische Kolleginnen und schwule Kollegen in der Stadtverwaltung haben es ans Licht gebracht: 
Die Landeshauptstadt ist offen, tolerant und bunt. Wie bunt, das zeigt auch dieser Flyer...... Ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre. 
Herbert Schmalstieg, Oberbürgermeister"

[Rechte Seite:] Der Runde Tisch für Lesben und Schwule:

"Im Jahr 2001 wurde von Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg der Runde Tisch "Emanzipation und Akzeptanz von Lesben und Schwulen in der Landeshauptstadt Hannover" ins Leben gerufen. Teilnehmende sind Vertreterinnen und Vertreter 
- der Stadtverwaltung und des städtischen Personalrates,
- der im Rat vertretenen Parteien,
- der lesbischen und schwulen Gruppen in der Stadt und 
- der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). 

Ziele des Runden Tisches sind, die Interessen der lesbischen Einwohnerinnen und schwulen Einwohner zu stärken, Benachteiligungen abzubauen, der gesellschaftlichen Ausgrenzung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen entgegen zu 
wirken und deren Akzeptanz nachhaltig zu fördern.
 
Die vom Runden Tisch empfohlenen Maßnahmen der Stadtverwaltung zielen auf drei Bereiche: 
- Die Stadt als Lebensort: Erarbeitung von Vorschlägen an die Stadtverwaltung, um die Lebenssituation von Lesben und Schwulen in Hannover zu verbessern; Abbau von Benachteiligungen lesbischer Bürgerinnen und schwuler Bürger als Kundinnen und Kunden ihrer Ämter und Betriebe; Verbesserung der Kundenorientierung der Stadtverwaltung gegenüber Lesben und Schwulen.
- Die Verwaltung der Landeshauptstadt Hannover: Förderung eines selbstverständlichen Umgangs mit lesbischen Mitarbeiterinnen und schwulen Mitarbeitern; Schaffung eines durch Akzeptanz bestimmten Betriebsklimas, das allen 
Lesben und Schwulen ein offenes Auftreten am Arbeitsplatz ermöglicht.
- Öffentlichkeitsarbeit/Marketing: Erarbeitung von Vorschlägen zur Verbesserung der Darstellung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen in Hannover."
Hannover wird bunt (3)

[Linke Seite:] Gleichbehandlung - Offenheit - Transparenz:
 
"Selbstverständlich schwul oder lesbisch sein ... 
Offen über seine persönlichen Belange reden können ... 
Gleich behandelt werden wie alle anderen auch ... 
In Hannover muss dies kein Wunschtraum bleiben. In weiten Teilen der Stadtverwaltung wird ebenso auf die Bedürfnisse und Anfragen lesbischer Mitbürgerinnen und schwuler Mitbürger eingegangen, wie dies für heterosexuelle Klienten 
selbstverständlich ist. Trotzdem gibt es manchmal Unsicherheiten oder auch Berührungsängste auf beiden Seiten. Damit dies kein Dauerzustand bleibt, werden intern Fortbildungen zu verschiedenen Themenbereichen angeboten. Genauso wichtig ist es aber auch, dass Schwule und Lesben offen ihre Anliegen vertreten. 
Eintragungen von Lebenspartnerschaften sind im Standesamt mittlerweile zur freudigen Routine geworden. Viele schwule und lesbische Paare loben den freundlichen Service.
 
Vom Fachbereich Jugend und Familie sind bereits in mehreren Fällen Kinder in lesbischen Pflegefamilien untergebracht worden. Schwule Pflegeväter sind genauso erwünscht. Selbstverständlich werden diese Pflegestellen genauso auf 
ihre Eignung hin überprüft wie heterosexuelle Paare. Die sexuelle Orientierung spielt bei der Entscheidung keine Rolle.
 
Sollte es dennoch einmal eine Situation geben, in denen Du Dich/Ihr Euch Lesben und Schwule unkorrekt behandelt fühlt, meldet Euch bitte bei uns, der Ansprechpartnerin für Lesben und dem Ansprechpartner für Schwule im Referat für Frauen und Gleichstellung."

[Rechte Seite:] Spezielle Angebote für Lesben und Schwule:
 
"Die Landeshauptstadt Hannover fördert bereits seit langer Zeit verschiedene schwullesbische Projekte. Dazu gehörten bisher unter anderem: 
- das HOME-Centrum, 
- die Eurogames 2001, 
- das Lesben-Frühlingsstreffen 2002, 
- der Tummelplatz der Lüste, 
- die Filmreihe "Perlen vor die Säue" und 
- das Buchprojekt "Olivia" über die Geschichte der Homosexuellen in Hannover.
 
Auch nach der Insolvenz des HOME e.V. ist die Verwaltung der Landeshauptstadt bemüht, Auffanglösungen finanziell zu unterstützen. Die bisher von der "Beratungsstelle für Homosexuelle" im HOME geleistete psychologisch-therapeutische Arbeit wird unter dem Dach der "Beratungsstelle Osterstraße" fortgeführt. Für die offene Jugendarbeit hat "Nevermind e.V." den Infoladen "Knackpunkt" eröffnet."
 
Regina Kohrt & Axel Blumenthal       (mit Foto von Regina Kohrt & Axel Blumenthal)
Hannover wird bunt (4)

[Linke Seite:] Emanzipation lebt von Partizipation: 

"Bei der Befragung verschiedener Fachbereiche und Sachgebiete kam ans Licht, dass einige MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung bislang noch nicht mit Lesben und  Schwulen als Klienten/Kundinnen konfrontiert waren. 

Ein Beispiel: Wo sind zum Beispiel die schwulen Senioren und lesbischen Seniorinnen? Es scheint, dass sie keine Angebote des Kommunalen Seniorenservice einfordern. Damit solche Angebote bedürfnisnah gestaltet werden können, wird eine Beteiligung von schwulen und lesbischen SeniorInnen dringend gewünscht. In solchen Situationen sind Lesben und Schwule aber auch als engagierte BürgerInnen gefragt. Ohne ihre Teilnahme und Teilhabe an der Organisation von Maßnahmen wird es kaum möglich sein, Erfolge zu erzielen.
 
Nicht immer fällt es leicht, sich zu motivieren und dann auch zu organisieren. Gerade schwule und lesbische SeniorInnen haben aufgrund ihrer Lebenserfahrung nicht selten Angst, sich zu öffnen. Die Ansprechpartnerin und der Ansprechpartner wollen diese Barriere abbauen und sehen sich als Vermittler von Anregungen, die aus der Szene oder von Einzelpersonen kommen. 

Wenn Hannover tatsächlich bunt werden soll, sollten möglichst viele mitmalen ... - Meldet Euch mit Ideen bei uns: 0511 - 168 410 80 (Mo + Do, 10 h bis 18 h) oder unter (Regina Kohrt:) regina.kohrt(ät)hannover-stadt.de bzw. (Axel Blumenthal:) axel.blumenthal(ät)hannover-stadt.de"

[Rechte Seite:] Das bedeuten die Farben in der Regenbogenflagge: 

"Rot - Leben 
Orange - Gesundheit 
Gelb - Sonne 
Grün - Harmonie mit der Natur 
Blau - Kunst 
Violett - Geist"
 
Hannover hat auch schwullesbische Geschichte(n) zu bieten: 
"Schon gewusst, dass ... 

... König Ernst August (auf dem Pferd vor dem Bahnhof reitend) am 1. November 1840 den Straftatbestand der Homosexualität im damaligen Königreich Hannover 
abschaffte (zumindest soweit sie nicht öffentlich ruchbar wurde)? "Unterm Schwanz" seines Pferdes verabredet man sich noch heute. 

... zwischen 1918 und 1924 Fritz Haarmann mindestens 24 junge Männer in Hannover ermordete? 

... das erste "Klublokal" für Homosexuelle im Jahre 1919 unter dem Namen "National-Theater-Restaurant" im Ballhof in der Altstadt eröffnet wurde? 

... die ersten beiden schwulen und lesbischen Lebenspartnerschaften in Deutschland am 1. August 2001 im alten Rathaus Hannovers eingetragen wurden?"
(dazu ein Foto der beiden verpartnerten Paare mit Oberbürgermeister Schmalstieg)

Diese Seite wurde für unsere Besucher des 30. Deutschen Evangelischen Kirchentages 2005 erstellt, da es seinerzeit dieses Faltblatt nicht im Internet gab. Inzwischen ist es jedoch auf der Homepage der Stadt Hannover als pdf-Datei zu finden unter der URL:

http://www.hannover.de/data/download/f/hanwirdbunt.pdf.

Statt zu versuchen, es von hier auszudrucken, empfiehlt es sich, die pdf-Datei von der Originalseite zu laden. Optimal lesen kann man den Text dann bei Vergrößerung auf "150 x" oder "200 x"; allerdings sind die Abbildungen dann stark "verpixelt". Hier auf der Seite wurde ein (ganz akzeptabler, denke ich) Kompromiss gefunden.

Vgl. auch die Seite "Hannover erhält eine Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße".


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© 2004 Landeshauptstadt Hannover & HuK Hannover e.V. 19.11.2004 - letzte Änderung am 23.09.2006