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Wissenswertes zum HIV-TestSuchtest - Bestätigungstest -
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SuchtestFür den HIV-Antikörpertest wird Ihnen Blut abgenommen und mit einem Suchtest (dem sogennanten Elisa) auf Antikörper untersucht. Dieser Test ist so empfindlich, dass er auch geringe Mengen Antikörper entdeckt. Findet man keine Antikörper, wird man Ihnen dieses Ergebnis mitteilen. Werden hingegen Antikörper nachgewiesen (= Suchtest reaktiv), wird ein aufwendigerer (und teurerer) Bestätigungstest vorgenommen. Aufgrund der hohen Empfindlichkeit kann der Suchtest nämlich auch »falsch positive« Testergebnisse produzieren – ähnlich wie ein Feuermelder bereits bei der geringsten Hitze- und Rauchentwicklung Alarm geben kann, ohne dass es wirklich brennt. BestätigungstestDer Bestätigungstest (meistens der so genannte Western Blot) wird normalerweise mit derselben Blutprobe durchgeführt wie der Suchtest, so dass Sie sich die Belastung durch eine zweite Blutabnahme und die erneute Wartezeit sparen können. Wenn auch der Bestätigungstest Antikörper gegen HIV nachweist, wird man Ihnen das Ergebnis "HIV-Antikörpertest positiv" mitteilen. Schnelltest"Schnell-Suchtests" sind mittlerweile in Deutschland zugelassen, auch sie gelten als sicher. Heimtest"Tests für Zuhause" sind in Deutschland nicht zugelassen, weil sie störanfällig sind und leicht zu falschen Ergebnissen führen können. Direkter VirusnachweisIn seltenen Fällen (z.B. bei Neugeborenen von HIV-infizierten Müttern) setzt man zur Feststellung einer HIV-Infektion auch den direkten Nachweis von Viren bzw. Virus-Erbmaterial ein (meistens mit einem so genannten PCR-Test). Dieser Test ist aber weniger genau als der Antikörpernachweis, d.h. das Risiko falscher Ergebnisse ist größer. Deshalb muss auch das Ergebnis »kein Virusnachweis« immer durch einen HIV-Antikörpertest (also frühestens drei Monate nach der letzten Risikosituation) bestätigt werden. Der direkte Virusnachweis ist außerdem sehr teuer und muss in der Regel selbst bezahlt werden. Das Testergebnis wird Ihnen in der Regel 7-10 Tage nach der Blutabnahme mitgeteilt. Das sollte immer im Rahmen eines persönlichen Beratungsgespräches »von Angesicht zu Angesicht« geschehen. © Text: DAH-Broschüre "Test?" (DAH Best.-Nr. 020099) |
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Der Klient fragt nun, wie sicher sein reaktives Testergebnis ist. Und bei einer Prävalenz von 10% kann man ihm sagen, dass er zu 97% wirklich HIV-positiv ist (positiver Vorhersagewert). Testet man in einer Bevölkerung mit einer HIV-Prävalenz von 0,1% (deutsche Allgemeinbevölkerung, nicht unterschieden nach MSM, Hetero ...), dann spielt das Problem des (noch) nicht durchgeführten Bestätigungstests eine sehr große Rolle. Denn der Schnelltest erkennt zwar die zehn Positiven aus den 10.000 Personen, allerdings zeigt er auch bei 30 HIV-negativen ein reaktives Ergebnis an (falsch positiv). Ein reaktives Ergebnis ist also für einen Klienten nur zu 25% auch richtig (Vorhersagewert) und zu 75% falsch positiv. Beim Einsatz von Schnelltests ist somit sicherzustellen, dass die Prävalenz in der Testpopulation so hoch ist, dass das Verhältnis von richtig zu falsch positiven Ergebnissen ein erträgliches Maß erreicht. Dies ist z.B. bei einer Prävalenz von über 1% der Fall. Eine Prävalenz von über 1% findet sich nicht in beliebigen "Settings", sondern nur an Orten der klassischen AIDS-Hilfe-Arbeit (Lokalisationen für MSM, Einrichtungen der Drogenhilfe, ...). Das Setting ist also entscheidend. Außerdem kann man über eine Risikoanamnese die Prävalenz im Testkollektiv künstlich erhöhen (indem man Personen ohne Risiko keinen Schnelltest anbietet). Die Prävalenz der HIV-Infektion in einer Fußgängerzone hingegen liegt bei unter 0,1%. Die HIV-Prävalenz der Heterosexuellen in der Fußgängerzone liegt sogar deutlich unter 0,1%. Hier produziert der Test mehr falsch positive als richtig positive Ergebnisse. In der klassischen Test-Situation mit Suchtest und Bestätigungstest spielen diese Überlegungen keine Rolle. Der Suchtest (Elisa) ist supersensibel eingestellt und liefert mit 100% Sensitivität keine falsch negativen Ergebnisse (wenn man die diagnostische Lücke beachtet hat). Dafür produziert der Suchtest ein paar falsch positive Ergebnisse. Diese werden nicht mitgeteilt und die Blutproben aller reaktiven Tests durchlaufen einen Bestätigungstest. Dieser Test (in Deutschland ein Western-Blot) ist nicht hochsensibel, sondern hochspezifisch eingestellt und fischt die falsch positiven wieder raus. Insgesamt hat man dann mit Such- und Bestätigungstest gemeinsam eine Sensitivität UND Spezifität von annähernd 100%. Besser geht es nicht. |
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© 2009 Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) & HuK Hannover e.V. 01.12.2009 - letzte Änderung am 02.12.2009