Onanie (Selbstbefleckung), gehört zum Gebiet der fleischlichen Verbrechen und besteht in einer widernatürlichen Selbstbefriedigung des Geschlechtstriebes, wodurch geistige und körperliche Schwäche, Entartung und gänzliche Zerrüttung eintritt.
Dieses Elend, welches außerdem auch noch Nachkrankheiten als Hysterie, Hypochondrie, tiefe Gemütsstörung etc. sowie männliches Unvermögen und weibliche Unfruchtbarkeit zur Folge hat, entsteht meist durch Verführung und ganz besonders aus einer zu üppigen Nahrung der Kinder.
Z e i c h e n d i e s e s L a s t e r s sind folgende: Verschlossenes Gemüt, Verdrießlichkeit und Unlust zum Spiel und zur Arbeit. Schüchternes Benehmen. Derartige Kinder oder Jünglinge entziehen sich merklich fremden Beobachtungen, halten sich gern an einsamen Orten, z. B. in der Kammer allein auf, bleiben gern im Bett wachend liegen, haben die Hände unter der Decke, im Schlafe immer an den Geschlechtsteilen. Desgleichen suchen sie mit Vorliebe oft den Abtritt auf. Nach dem Verlassen solcher einsamen Orte erscheinen sie erregt, mit gerötetem Gesichte, eigentümlichem Glanz der Augen, beschleunigtem Herzschlag und Atem.
Im übrigen graublasse, erdfahle Gesichtsfarbe, Blässe der Lippen, bläuliche Augenlider, Ringe um dieselben, unstäter Blick, Flecken in der Wäsche. Dann Mattigkeit, nebst allgemeiner Abmagerung bei starkem Appetit, welke Haut, leicht eintretender Schweiß, Zittern, Rückenschwäche, dumpfer Schmerz in Schenkeln und Waden. Nach und nach wird die Sprache stotternd, die Stimme schwach, das Haar glanzlos, spaltet sich an den Enden und fällt leicht aus.
K u r v o r s c h r i f t. Dieses große Übel muß man durch nachfolgende Maßnahmen, welche gewissenhaft und streng durchzuführen sind, zu verhüten und zu heilen suchen.
Durch reizlose, weniger üppige Nahrungsmittel und Getränke, abends nicht zu spät essen, täglich entsprechend kühle Bäder, viel Bewegungen, als Turnen, Springen, Schwimmen, Heilgymnastik, u.s.w. in frischer, freier Luft, weite Spaziergänge bis zur Ermüdung, Schlafen bei offenem Fenster, nicht zu warme Kleidung und Betten, Schlafen auf harter Matratze. Ferner muß die Kleidung in der Gegend der Geschlechtsteile weit und bequem sein, damit Reibung und Beengung nicht im geringsten stattfindet; dies ist besonders bei Knaben zu beachten. Auch suche man alle Schriften und Redensarten zu unterdrücken und fern zu halten, welche die Vorstellung auf diesen Gegenstand lenken können.
Ferner dürfen solche Kinder erst dann zu Bett gehen, wenn sie wirklich müde sind, und müssen morgens beim Erwachen sofort aufstehen, ohne im Halbschlummer zu verweilen, müssen des abends Darm und Blase leeren, weil durch Druck Reiz entsteht und durch Reflexe das Gehirn gereizt wird, wodurch Träume entstehen (bei Onanisten wollüstige Träume).
Fernere Ursachen können auch noch sein: eine dem Jugendalter nicht entsprechende, sitzende Lebensweise, Zusehen bei der Begattung von Haustieren u.s.w., was ebenfalls zu vermeiden ist.
Außerdem sind auch die Spielgenossen, Mitschüler zu überwachen, um von dieser Seite Verführung zu verhindern. Auch sollte das Zusammenschlafen mehrerer Kinder nicht geduldet werden. Selbst die Gewohnheit vieler Eltern, Kinder zu sich ins Bett zu nehmen, kann den Keim zu Onanie legen, denn ein Kind findet schon an dem Berühren des bloßen Körpers anderer Personen Gefallen; mag es anfangs auch nur die Glätte und Wärme der berührten Stellen sein, die seinem Tastsinn behagen, allmählich wird jedoch mehr daraus, und so können leicht auch hieraus sich die Verirrungen der Onanie oder die Anfänge derselben ergeben.
Ist dieses Laster eingetreten, dann muß das betreffende Kind auch auf die Gefährlichkeit der That aufmerksam gemacht werden, was besonders von dem Vater, dem Erzieher, dem Schwager oder Onkel, dem Arzte oder anderen Personen, welche dem Kinde eine gewisse Autorität sind (die es also gebührend respektiert) geschehen muß. Auch müssen selbst nach Umständen Strafen erfolgen.
Vor allem müssen die Eltern ein sehr scharfes Auge auf das Kind haben, man lasse es nicht in einem Zimmer allein schlafen, auch scheue man die Mühe nicht, mehrmals des Nachts an sein Lager zu treten und die Decke, ohne Rücksicht ob es schläft oder wacht, zurückzuschlagen. Von solchen Untersuchungen und Durchsuchungen bedroht, wird das betreffende Kind die Ausführung seines Lasters nicht mehr wagen; im Fall es dies dennoch thut, so lege man ihm recht grobe Handschuhe ohne Finger an, welche am Handgelenk recht fest verknüpft werden.
Auch kann man dem Kinde ein im Schritt vollständig geschlossenes, für den Rumpf und die Gliedmassen einheitliches Kleid nachts über anlegen, wodurch dann selbst die härtesten kleinen Sünder mürbe gemacht werden. Auch drohe man mit dem Arzt.
Ist das Laster weit vorgeschritten, so setze man den Kranken nur auf Schrotbrot und Obst oder Milch und bade ihn täglich 2mal in Wasser von 18 bis 20 Gr. R (lau), oder gebe ein 18 bis 20 Gr. R. Sitzbad von 20 Minuten Dauer. Im übrigen ist Kräftigungskur einzuleiten. (Anwendungsformen siehe Inhaltsverzeichnis).
Kein Laster ist auf der ganzen Erde so weit verbreitet, wie dieses, keines so leicht auszuüben, wie dieses; leider ahnt die große Mehrzahl der Onanisten nicht das Verderben ihres Thuns, öffnet man ihnen aber die Augen, so lassen sie meist das Laster.
Diese Krankheit oder Ausschweifung kommt zwar bei beiden Geschlechtern und fast in allen Lebensaltern, hauptsächlich aber zwischen dem 13. bis 17., oder, weiter gegriffen, vom 10. bis zum 24. Jahre am häufigsten vor.
Die meisten Onanisten wissen, wie schon erwähnt, gar nicht, was für gefährliche Folgen dieses Laster nach sich zieht. Bei Fortschreiten desselben muß die betreffende Person körperlich und geistig verkrüppeln, der hierdurch zur Jammergestalt gewordene Mensch wird in diesem traurigen Zustand seiner Umgebung und sich selbst zur Last. Meide daher die Onanie, sie ist ein schleichendes Gift, welches dich ins Verderben bringt.
Kehrt der Verirrte noch rechtzeitig um und meidet und besiegt das Laster, so wird er, wenn die Krankheit nicht schon zu tiefe Erschütterungen gebracht hat, ein an Körper und Geist noch gesunder Mensch werden, trotzdem er vielleicht, je nach Art der Krankheit, noch Monate oder Jahre an Rückfällen zu leiden hat.
Die geistige Onanie, welche meist von schon reiferen Jünglingen und Mädchen getrieben wird, ist eine in der Phantasie sich vergegenwärtigende Geschlechtsbefriedigung, welcher sich der Kranke ohne jede Kontrolle der Angehörigen hingeben kann. Die Folgen sind ebenso verheerende wie bei der physischen, treffen jedoch vorwiegend die geistige Thätigkeit.
K r a n k h e i t s b e s c h r e i b u n g. Ein häufiges starres Hinbrüten nach einem Gegenstand, dann Gedächtnisschwäche, Ängstlichkeit und Furcht, Streit- und Zanksucht, Melancholie, sowie Verschlossenheit im Benehmen. In einsamen Momenten verfallen die Betreffenden auch noch auf das teuflische physische Laster und doppelte Trübsal martert dann die Sünder oft viele Jahre.
K u r v o r s c h r i f t. Stärkungskur, verbunden mit häufigem Aufenthalt im Freien, und angemessene Zerstreuung oder Beschäftigung des Geistes. Auch ist vor dem Zubettgehen Blase und Darm zu leeren und ist nicht auf Federkopfkissen, jedoch bei offenem Fenster zu schlafen.
Als der Internetredakteur der HuK Hannover ein kleiner Junge war, wurden Jungs auch noch z.T. mit dem Märchen erschreckt, die insgesamt im Leben produzierte Samenmenge sei endlich - mit Sprüchen wie
"Der Mann hat n-tausend Schuss,
dann ist Schluss."
(Wobei n einmal 2, 5 oder auch 10 sein konnte. Auch im letzteren Falle wäre die "Quelle" schon lange "versiegt".)
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© HuK Hannover e.V. 23.04.2005 - letzte Änderung am 28.05.2008