Wissenswertes



"Gebet für Homosexuelle"

Wir präsentieren hier ein typisches "Gebet" unserer ach so "christlichen" fundamentalistischen "Freunde" und einen passenden Text dazu von W. Conzelmann (Aus dem Forum der Bundes-HuK)

"Das Gebet":
Gebet für Männer und Frauen,
die an homosexuellen Versuchungen leiden

(von der katholischen "Courage"-Bewegung,
aus dem Amerikanischen)

Lieber Vater im Himmel, wir bitten dich um Erbarmen mit den
Männern und Frauen, die an homosexuellen Versuchungen leiden.
Niemand von uns wählt sich diese Versuchungen selbst aus.
Nur mit Hilfe deiner Gnade können wir ihnen widerstehen.
Verzeih uns, Vater,
dass wir für diese Männer und Frauen nicht wirklich da sind,
dass wir ihnen nicht Hilfe und Hoffnung schenken,
dass wir ihnen Angst einflößen davor,
uns ihre Probleme anzuvertrauen,
dass wir ihnen das Gefühl geben, nicht geliebt zu werden,
dass wir nicht vor allem nach einer wirkungsvollen Behandlung
und auch Prävention Ausschau halten.
Vater, du liebst sie.
Hilf ihnen, denen zu vergeben, die sie verletzt haben.
Gib ihnen den Mut, ihren Problemen ins Gesicht zu schauen,
Hilfe zu suchen und durchzuhalten - trotz der Versuchungen.
Lass sie verstehen, dass wahre Freiheit möglich ist und
dass du sie liebst - trotz allem, was sie getan haben.
Mach aus ihnen die Männer und Frauen,
als die du sie schaffen wolltest.
Wir beten für ihre Eltern, ihre Familien, ihre Gemeinschaften,
damit sie bei ihrem Kampf die Hilfe von Menschen erfahren,
welche die Wahrheit mit Liebe aussprechen
und die an ihre Kraft glauben,
gesund zu werden.

Wir beten für die Kinder, damit sie vor Lügen bewahrt bleiben,
vor Halbwahrheiten und Versuchungen,
vor denen, die sie verführen oder missbrauchen könnten.
Lieber Vater, schau mit besonderer Zärtlichkeit
auf all die missbrauchten Kinder,
heile ihre Schmerzen und
mache sie wieder gesund.
Vater unser im Himmel...
"Die Antwort (1)":
Walter Conzelmann
Freiburg, den 20. April 2004

Lieber Gott,

vor kurzem kam ein Gebet an Dich bei mir an, das wohl von der katholischen "Courage"-Bewegung aus dem Amerikanischen stammt und in einem Buch des österreichischen Weihbischofs Andreas Laun gefunden wurde. Titel: "Gebet der Katholischen Kirche für Homosexuelle." 

Dazu habe ich einige Fragen an Dich:

Die Leute schreiben u. a.:
  
"Lieber Vater im Himmel, wir bitten dich um Erbarmen mit den Männern und Frauen, die an homosexuellen Versuchungen leiden. Niemand von uns wählt sich diese Versuchung selbst aus. Nur mit Hilfe deiner Gnade können wir ihnen widerstehen."

Warum soll unsere Fähigkeit, Menschen des gleichen Geschlechts zu lieben und uns aneinander zu erfreuen eine "Versuchung" sein? Ist sie nicht ein Geschenk von Dir an uns, wie ja alle Liebe von Dir kommt (1. Johannes, 4, 7), aber keine Versuchung, der wir widerstehen müssten? - Und kannst Du mir erklären, was mit dem Satz gemeint ist: "Niemand von uns wählt sich diese Versuchung aus?" Die Beter beziehen sich selbst ein. Kann ich daraus den Schluss ziehen, dass sie selber homosexuell sind und das auch wissen? Aber homophob, weil sie ihre Homosexualität verdrängen? - Wir leiden nicht an homosexuellen "Versuchungen", sondern an Menschen, die unsere Liebe vor Dir und andern Menschen madig und minderwertig machen als "beunruhigendes moralisches und soziales Phänomen", als "Gefahr für die öffentliche Moral". Nicht wir sind in und mit unserem Lieben "unsittliche Charaktere", sondern diese Menschen mit ihrer unsittlichen Predigt und Praxis.
Nicht unsere Liebe ist "abwegiges Verhalten", sondern ihre Reaktion darauf. 

Dann bitten sie Dich weiter:

"Verzeih uns, Vater, dass wir für diese Männer und Frauen nicht wirklich da sind, dass wir ihnen nicht Hilfe und Hoffnung schenken, dass wir ihnen Angst einflößen davor, uns ihre Probleme anzuvertrauen, dass wir ihnen das Gefühl geben, nicht geliebt zu werden."

Mein lieber himmlischer Vater, warum sollst Du ihnen verzeihen, dass sie nicht wirklich für uns da sind, dass sie uns nicht Hilfe und Hoffnung schenken, dass sie uns Angst einflößen davor, ihnen unsere Probleme anzuvertrauen, dass sie uns das Gefühl geben, nicht geliebt zu werden? Wenn diese Beter doch ganz offensichtlich um ihre Sünden gegen Schwule und Lesben wissen (sonst könnten sie diese ja nicht so deutlich benennen), warum sollst Du ihnen diese Gemeinheiten verzeihen? Warum hören sie damit nicht endlich auf, dann laden sie keine weitere zu der bisher schon angehäuften großen Schuld auf sich und brauchen Dich dann nicht wieder bitten, ihnen abermals zu verzeihen, nur dass sie dann guten Gewissens ungeniert mit ihren Bosheiten gegen uns weiter machen können und so zu endlosen Wiederholungstätern werden? Das kann doch nicht in Deinem Sinn sein! - 
Also mach es ihnen nicht so einfach: Verzeih ihnen nicht, denn sie wissen genau, was sie tun, denn schließlich haben wir und andere es ihnen oft genug gesagt.
"Die Antwort (2)":
      
"Hilf ihnen, denen zu vergeben, die sie verletzt haben."

Kannst Du mir sagen, warum diese Menschen die Frechheit haben, uns zu verletzen und Dich dann bitten, dass Du uns helfen sollst, ihnen zu vergeben? Sie sollen den Unfug lassen! - Plötzlich reden die Beter nicht mehr von sich selber, sondern "von denen, die sie (uns) verletzt haben" und versuchen damit, die Schuld auf andere zu schieben. Eigentlich doch ziemlich naiv! Denn schließlich sind sie es ja, die sich ungebührlich benehmen. Merken sie das denn wirklich nicht? Hilfe brauchen nicht wir, sondern sie!

"Mach aus ihnen die Männer und Frauen, als die du sie schaffen wolltest."

Brauchst Du ausgerechnet von diesen Heuchlern Nachhilfeunterricht, wie Du Männer und Frauen schaffen sollst? Die stellen sich doch glatt über Dich! Kannst Du ihnen nicht endlich klar machen, dass wir sie weder als Fürbitter noch als Denunzianten brauchen und dass es gotteslästerlich ist, uns vor Dir und Menschen als defizitäre Geschöpfe hinzustellen. Sag ihnen, wir sind es wirklich leid, als missratene Kreaturen abgeurteilt zu werden, denn wir sind genau die Männer und Frauen, als die Du uns geschaffen und gewollt hast. Ihre Gebetslitaneien können sich diese Menschen doch künftig sparen, denn sie beleidigen nicht nur uns, sondern auch Dich, guter Gott, damit.

"Wir beten für ihre Eltern, ihre Familien, ihre Gemeinschaften, damit sie bei ihrem Kampf die Hilfe von Menschen erfahren, welche die Wahrheit mit Liebe aussprechen."

Da möchte ich Dich ganz einfach bitten: Bewahre uns vor Menschen, die die Unwahrheit in Hass aussprechen und uns damit Probleme bei Eltern, Familien und Gemeinschaften machen, die wir mit Sicherheit nie gehabt hätten und nie hätten, wenn diese Menschen nicht ununterbrochen die von Dir geliebten Menschen lächerlich machen, ausgrenzen, verurteilen würden und damit zahllose Menschen in Verzweiflung und Tod getrieben haben und noch immer treiben. Wie lange soll das noch weiter gehen?  Denken diese Menschen, die doch immerfort vom Jüngsten Gericht reden, wirklich nicht darüber nach, dass Du sie für ihr verwerfliches Tun dermaleinst zur Rechenschaft ziehen wirst?

Viele von uns haben inzwischen erkannt, dass es keinem Menschen und auch keiner Institution zusteht, sich zwischen Dich und uns zu stellen. Seit wir uns nicht mehr von Menschen verachtenden und damit ungöttlichen und unchristlichen kirchlichen Lehrmeinungen verbiegen oder einschränken und von kirchlichen Würdenträgern beschimpfen und ausgrenzen lassen und uns aus ihrer Knechtschaft befreit haben, geht es uns besser und wir kommen bestens mit Dir klar. Die meisten von uns haben dadurch gelernt, ehrlich mit sich und andern Menschen umzugehen, was offensichtlich vielen unserer kirchlichen Widersacher nicht glücken will. - Aber ich bin sicher, dass manche von uns bereit und durchaus fähig sind, diesen noch eingeengten Menschen zu helfen, zu sich selber zu finden, damit sie "die Männer und Frauen werden, als die Du sie geschaffen und gewollt hast." Davon würden nicht nur sie selber enorm profitieren, nein, auch wir hätten dann endlich unsern Frieden und unsere Ruhe vor ihnen und Du würdest nicht ständig mit deren ungelösten Problemen belästigt. Allen wäre geholfen.

"Vater, du liebst sie!"

Das ist das einzige Wichtige, und dazu können wir alle JA UND AMEN sagen. Aber warum können uns diese Beter nicht lieben? Vielleicht, weil sie sich nicht selber lieben (dürfen)?

Walter

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© 2004 Walter Conzelmann & HuK Hannover e.V. - letzte Änderung am 23.04.2004