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Harvey Milk in Kunst und Literatur |
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Zusammengestellt anlässlich des Kinostarts des Spielfilms "Milk"Anlässlich des Kinostarts des Spielfilms "Milk" am 19.02.2009 bieten wir auf dieser Webseite Hinweise zum Dokumentarfilm über Harvey Milk, zur Milk-Biographie von Randy Shilts und auch zur Oper über den ersten offen schwulen Politiker der Neuzeit und Vorkämpfer für die Bürgerrechte von Lesben und Schwulen. - (Links: Das Filmplakat in der Hochkant-Version) |
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Sein Leben schrieb Geschichte, und sein Mut rettete Leben – nur nicht sein eigenes. Ein Mann, weit mehr als ein Schwulen-Aktivist, der quer durch alle Bevölkerungsschichten und politischen Spektren zum Inbegriff für einen mutigen Kampf für Bürgerrechte und Gerechtigkeit in der Welt wurde. Seine Vision von einer besseren Welt wurde zur Inspiration für viele und ist bis heute unvergessen. |
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"Das Leben ist gemein - hart - bitter - aber es ist nun mal das Leben und das beste, das wir haben - keiner sollte es dem anderen nehmen - keiner sollte es sich vom anderen nehmen lassen - Es sind schon Leute aus schlimmeren
Situationen stärker hervorgegangen als du - ihre Chancen standen schlechter als die deinen - nur weil sie das Gefühl hatten, dass das Leben einen Sinn hat - sicher sind sie sich nicht, aber sie hatten Hoffnung."
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Zu einem Interview mit Regisseur Gus Van Sant und Drehbuchautor Dustin Lance Black bitte auf das Miniaturbild klicken! |
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Harvey Bernard Milk (22. Mai 1930 - 27. November 1978) entstammte einer aus Deutschland in die USA eingewanderten jüdischen Familie, die sich als Kaufleute in Long Island (New York) niedergelassen hatten. Schon mit 11 Jahren begeisterte er sich für die Oper - Mahler [*], Strauß und Wagner waren seine Lieblingskomponisten - und bald schon ging sein Taschengeld für Stehplatz-Tickets in der Met(ropolitan Opera) drauf. Dort bekam er dann auch mit, was im legendären Bereich der Stehplätze in der "alten Met" sonst so abging - bis im Schlussapplaus die Herren die Reißverschlüsse ihrer Hosen wieder schlossen. Er lernte auch, wie man sich im Central Park benehmen musste, um Sexpartner anzulocken, ohne gleich verhaftet zu werden. Bereits mit 14 verfügte er über ein reiches Sexleben - gleichgeschlechtlich, versteht sich. [*] Wobei Mahler ja keine Opern, sondern Sinfonien mit dem Einsatz von Solostimmen und Chor (wie im Finale von Beethovens Neunter) und (Orchester-)Lieder komponiert hat. Nach Abschluss eines Mathematik-Studiums war er zuerst als Freiwilliger zur Marine gegangen und arbeitete danach in wechselnden Jobs (und auch nicht durchgehend in New York), so u.a. als High School-Lehrer für Mathematik und Geschichte, als Versicherungsmathematiker und bei einer Investmentfirma, aber auch als Nähmaschinenverkäufer und Versicherungsvertreter. Bei den häufigen Razzien in einer Homosexuellen-Bar "erwischt" zu werden (oder sonstwie als Schwuler aufzufallen) bedeutete damals noch das berufliche Aus; selbst wenn es zu keiner Anklage reichte, informierte die Polizei eiligst den Arbeitgeber, der es üblicherweise auch nicht für sich behielt, weswegen er den Sowieso fristlos entlassen hatte. Und außerdem war man dann zeitlebens als "Sexualstraftäter" registriert. Abwenden ließ sich das nur mit reichlichen "Spenden" an die Polizisten, die auf diese Weise ganz regulär ihr schmales Gehalt aufzubessern pflegten. Wer nicht (mehr) zahlen konnte, setzte dann seinem Leben selbst ein Ende. Da verwundert es nicht, dass Harvey Milk alles daran setzte, nicht als Schwuler erkannt zu werden. Zur Zeit des Stonewall-Aufstands der Schwulen und Transvestiten in der New Yorker Christopher Street lebte Harvey Milk vorübergehend in San Francisco und wurde hier allmählich zum Hippie - als seine Haare eine gewisse Länge überschritten, wurde er zum ersten und wohl einzigen Mal in seinem Leben aus einer Anstellung gefeuert - sonst hatte er sich immer selbst etwas anderes gesucht. Zuerst dachte er daran, einen Laden für jüdische Spezialitäten zu eröffnen, ging aber dann noch einmal nach New York zurück. Er stand damals in Kontakt mit dem Regisseur Tom O´Horgan und seiner Truppe und wirkte als Finanzberater und Produktionsassistent bei dessen Projekten mit - darunter als bekannteste die beiden Musicals "Hair" und "Jesus Christ Superstar". Mit vierzig Jahren gab er dann seine bisher eher konservative politische Haltung auf, beteiligte sich an Demos gegen die amerikanische Regierungspolitik und wandelte sich zum offen lebenden Schwulen. Am Abend seines 41. Geburtstages lernte er seinen neuen Geliebten Joseph Scott Smith kennen, mit dem er nach San Francisco zog, wo er bald einen Fotoladen in der Castro Street ("Castro Camera") eröffnete - in jener Gegend also, in der immer mehr Schwule heruntergekommene Häuser im typischen viktorianischen San Francisco-Stil aufkauften, restaurierten und so allmählich ein schwules Viertel entstand.
Der Fotoladen wurde dann bald zugleich zum Wahlkampfbüro, von dem aus Harvey Milk ab 1973 vier mal in vier Jahren sich um politische Ämter bewarb, die ersten drei mal davon vergeblich. Doch seine Bündnisse etwa mit den Arbeitern der Coors-Brauerei oder mit anderen Minderheiten in der Stadt wie etwa den Chinesen in Chinatown und sein Engagement in sozialen Fragen ließen ihn von Mal zu Mal besser abschneiden. (Außerdem zogen mit Erfolg auch Lesben und Schwule weitgehend an einem Strang; Milk´s lesbische Wahlkampfmanagerin Anne Kronenburg war eine wichtige Leistungsträgerin in seinem Team.) 1977, beim vierten Mal, gelang ihm dann der Einzug in die Stadtregierung von San Francisco, den Board of Supervisors, für den Stadtbezirk 5 - als erster offen schwuler Politiker der USA (und darüber hinaus weltweit - jedenfalls in der Neuzeit). |
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"Ich bin jetzt dreiundvierzig Jahre alt, und ich habe zwei Möglichkeiten", sagte Milk ... einem homosexuellen Reporter (1973). "Ich kann mich darauf konzentrieren, eine Menge Geld zu verdienen, und als Schwuler vielleicht noch zehn Jahre aktiv miterleben. Dann kann ich mich mit dreiundfünfzig zur Ruhe setzen. Und sagen, ich habe gut gelebt. Oder aber ich kann mich engagieren und etwas tun gegen das, was in unserer Gesellschaft nicht stimmt. Ich muss kämpfen, nicht nur für mich, sondern auch für meinen Geliebten und letztlich auch für seinen nächsten Geliebten. Sie sollen es einfach einmal besser haben als ich."
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Mutmaßlich gedrängt von seinen ehemaligen Kollegen von der Polizei, die damals in San Francisco politisch überwiegend konservativ bis reaktionär und generell minderheiten-feindlich eingestellt waren (es gab unter ihnen noch nahezu keine Farbigen), widerrief er schon bald seinen Entschluss und bat Bürgermeister George Moscone, seinen Rücktritt zu annullieren und ihn wieder in das Board of Supervisors aufzunehmen. Der zeigte aber wenig Neigung dazu und war auch keineswegs der einzige, der froh war, White los zu sein. In White´s Augen steckte jedoch vor allem Milk dahinter, dass Moscone ihn hinhielt und ihm auch keine Hoffnung auf Rückkehr ins Amt machte. Am 27. November 1978 steckte White sich dann morgens zuhause seine ehemalige Dienstpistole ein, eine Smith and Wesson, und dazu mehrere Hohlspitz-Geschosse, die auf die Getroffenen besonders verheerend wirken und ein fast dreimal so großes Loch reißen wie es ihrem Durchmesser entspricht. Er hatte seine ehemalige Sekretärin im Rathaus angerufen und sie aufgefordert, ihn durch eine Seitentür einzulassen. Als die dies aber offenbar nicht tat und diese Tür vor ihm verschlossen blieb, drang er durch ein nicht ganz geschlossenes Souterrainfenster in das Rathaus von San Francisco ein und umging so die Metalldetektoren am Haupteingang. Währenddessen hatte Milk gerade von Bürgermeister Moscone erfahren, dass dieser sich nun definitiv entschlossen hatte, White´s bisheriges Amt mit einem eher liberalen Nachrücker zu besetzen, wodurch von nun an eine stabile liberale Mehrheit im Rat gesichert sei. White stürmte derweil zu den Räumen des Bürgermeisters - vorbei an den Angestellten, denen er sagte, er wolle von ihm persönlich die Entscheidung über sein Wiedereinsetzungs-Gesuch erfahren. Von Moscone zur Aussprache unter zwei Augen eingelassen, zog White plötzlich die Pistole und streckte ihn mit mehreren tödlichen Schüssen in dessen Amtszimmer nieder. Dann ging White zu Milk´s Büro, bat diesen um eine Unterredung und tötete auch ihn mit mehreren Schüssen. White gelang es, das Rathaus unbehelligt zu verlassen; nachdem er sich kurz mit seiner Frau getroffen hatte, stellte er sich der Polizei. Die Justizbehörde von San Francisco "siebte" sorgfältig die Geschworenen für den Mordprozess im folgenden Jahr und schaffte es tatsächlich, dass kein(e) einzige(r) Homosexuelle(r) und auch kein(e) Angehörige(r) oder auch nur SympathiesantIn von Homosexuellen unter ihnen war. So gelang es, diesen offenkundig geplanten und gut vorbereiteten Doppelmord zum "Totschlag im Affekt" (wegen der Nicht-Wiedereinsetzung ins Amt) herabzustufen und White zu einer Gefängnisstrafe von nur sieben Jahren und acht Monaten zu verurteilen. Wäre nur Bürgermeister Moscone allein ermordet worden, wäre der Täter sicher nicht so "billig" davongekommen; weil White aber auch ein Schwulenmörder war, kam ihm die Justiz mit allen nur erdenklichen Tricksereien so weit entgegen, wie es nur eben möglich war. So sahen es auch San Francisco´s Lesben und Schwule und ihre FreundInnen, die im Übrigen in den Monaten seit dem Verbrechen eine solche Vielzahl gewalttätiger Übergriffe seitens der Polizei hatten erleben müssen wie schon seit Jahren nicht mehr. Nach dem Bekanntwerden des Skandalurteils machte sich denn auch ihre Wut und Empörung Luft und San Francisco erlebte das, was später unter dem Begriff "White Night Riots" in die Stadtgeschichte eingehen sollte. Denen, die dabei waren, blieb vor allem das Sirenengeheul der brennenden Polizeiautos in Erinnerung, gefolgt von dem dumpfen Knall, wenn ihr Tank explodierte. Schon am Tag danach feierten etwa zwanzigtausend Menschen mit einem Straßenfest in der Castro Street den 49. Geburtstag von Harvey Milk. Die Organisatoren hatten die Parole ausgegeben "Bitte keine Gewalt!", an die sich die Menschen hielten; von dem Tag an entspannte sich allmählich das Verhältnis zur Polizei. - In New York hielten derweil hunderte Schwule eine Mahnwache in der Christopher Street, genau gegenüber dem Stonewall Inn. (In beiden Städten gibt es heute u.a. eine Harvey Milk-Schule, in der SchülerInnen Zuflucht finden, die wegen ihres Schwul- oder Lesbisch-Seins an ihrer alten Schule zu extrem gemobbt wurden. So positiv das für die Betroffenen ist, so sehr zeigt es doch, dass noch viel zu tun bleibt.) Dan White wurde wegen guter Führung schon nach weniger als fünf Jahren aus der Haft entlassen, nahm sich aber knapp zwei Jahre danach das Leben. - In der städtischen Politik San Francisco´s stellen Lesben und Schwule seit den Tagen von Harvey Milk einen Machtfaktor dar, mit dem man rechnen muss. |
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Präsident Obama verlieh Mitte August 2009 erstmals seit seinem Amtsantritt die Presidential Medal of Freedom - das ist die höchste zivile Auszeichnung der USA, mit der "besonders lobenswerte Beiträge zur Sicherheit oder den nationalen Interessen der Vereinigten Staaten, zum Weltfrieden, zu kulturellen oder anderen öffentlichen oder privaten Bestrebungen" ausgezeichnet werden sollen. ("America’s highest civilian honor, the Medal of Freedom is awarded to individuals who make an especially meritorious contribution to the security or national interests of the United States, world peace, cultural or other significant public or private endeavors." - so die Homepage des Weißen Hauses) Unter den 16 diesmal geehrten Persönlichkeiten, deren Namen Ende Juli vom Weißen Haus bekannt gegeben worden waren, befand sich als posthum geehrter auch Harvey Milk; sein Neffe Stuart nahm für ihn die Freiheitsmedaille (Abbildung links) aus der Hand Obamas entgegen. "Milk wird im In- und Ausland als Pionier der schwul-lesbischen Bürgerrechtsbewegung verehrt für seine außergewöhnliche Fähigkeit zu führen und für seinen Einsatz für die Gleichberechtigung", begründete das Weiße Haus die Auswahl. |
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Unter den (überwiegend noch lebenden) zusammen mit Milk Geehrten war die in den 60er und 70er Jahren aktive Tennisspielerin Billie Jean King, die 1981 als erste bekannte Sportlerin ihre Homosexualität publik machte - 2006 wurde das National Tennis Center der USA nach ihr benannt. Ebenfalls mit der Medaille bedacht wurde der emeritierte südafrikanische (anglikanische) Erzbischof Desmond Tutu für seinen Einsatz gegen die Apartheid. Tutu hat sich in den letzten Jahren auch wiederholt gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben ausgesprochen. Er entschuldigte sich bei Homosexuellen für das Leid, das seine anglikanische Kirche der sexuellen Minderheit bereitet hat. Der Friedensnobelpreisträger gilt neben Nelson Mandela auch als "das Gewissen Südafrikas" - Mandela wurde bereits unter Präsident G.W. Bush mit der Medal of Freedom ausgezeichnet. Mit Muhammad Yunus (dem "Vater der Mikrokredite") erhielt ein weiterer Nobelpreisträger die Medaille; ebenfalls geehrt wurden u.a. Senator Edward Kennedy, der bedeutende, an schwerer Krankheit leidende Physiker Stephen Hawking und der Schauspieler Sidney Poitier, der erstmals im amerikanischen Film die Liebe zwischen Schwarz und Weiß auf die Leinwand brachte. - Unter Präsident Clinton, das sei immerhin auch noch erwähnt, zählten u.a. Simon Wiesenthal, Rosa Parks, Aung San Suu Kyi - und auch Helmut Kohl zu den Geehrten. |
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Der Staat Kalifornien führte mit der Unterschrift von Gouverneur Schwarzenegger unter ein entsprechendes Gesetz im Oktober 2009 den 22. Mai - Harvey Milks Geburtstag - als staatlichen Gedenktag ein. Noch im Vorjahr hatte Schwarzenegger einen solchen Vorschlag abgelehnt, doch unter dem Eindruck des neuen Spielfilms und der Medaillenverleihung durch Präsident Obama stimmte er dem nun zu. Schulen sind an diesem Tag dem Gesetz zufolge aufgefordert, "das Leben von Harvey Milk zu behandeln, seine Leistungen herauszustellen und die Schüler mit dem Beitrag, den er für den Staat Kalifornien geleistet hat, vertraut zu machen." Nach dem Naturschützer John Muir ist Milk erst der zweite Kalifornier, dem diese Ehrung in seinem Heimatstaat verliehen wird. (Der gebürtige Schotte John Muir (1838 - 1914) gelangte als Elfjähriger in die USA und ist der hauptsächliche Begründer der Sequoia und Yosemite Nationalparks; nach ihm wurde 1908 das Muir Woods National Monument benannt.) |
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Wo Licht ist, da ist auch Schatten: Wen wunderts, wenn sich bei soviel Positivem nicht auch wieder die hässliche Seite Amerikas zu Wort gemeldet hätte, also "unsere speziellen Freunde", die Hasschristen, (wobei ja diese Bezeichnung, so treffend wie sie ist, von Christi ursprünglicher Botschaft her gesehen ein Widerspruch in sich ist). Da hat doch eine Woche nach Schwarzeneggers Unterschrift ein Verein namens "Save California" eine Kampagne gestartet mit dem Aufruf, am 22. Mai künftig die Schule zu schwänzen, um den Gedenktag so wieder zu Fall zu bringen - unter dem Motto: "Rescue your child from sexual indoctrination" ("Rette Dein Kind vor sexueller Indoktrination"). Mit anderen Worten: Kalifornien muss unbedingt vor so "unamerikanischen Umtrieben" wie Toleranz, Respekt vor Minderheiten und Achtung der Menschenrechte bewahrt werden! |
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Der Dokumentarfilm "The Times of Harvey Milk", der in Deutschland in Originalfassung mit deutschen Untertiteln als Video vertrieben wurde und inzwischen als DVD erhältlich ist (siehe die nebenstehende Abbildung), wurde 1984 von Robert Epstein und Richard Schmiechen produziert und erhielt 1985 den Oscar als bester Dokumentarfilm. (Robert Epstein produzierte 1999 zusammen mit Jeffrey Friedman [der 1996 die Dokumentation "The Celluloid Closet" über die Geschichte der Lesben und Schwulen im Film gedreht hatte] den Dokumentarfilm "Paragraph 175" über einzelne der letzten damals noch lebenden schwulen Überlebenden des Naziterrors, darunter Gad Beck, Albrecht Becker, Heinz Dörmer, Pierre Seel und den Hannoveraner Heinz Fleischer.) |
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Randy Shilts, schwuler Journalist beim San Francisco Chronicle, veröffentlichte 1982 seine gut und gründlich recherchierte Harvey Milk-Biographie unter dem Titel "The Mayor of Castro Street - The Life and Times of Harvey Milk". 1993 erschien das Buch in deutscher Erstausgabe, übersetzt von Bernhard Schmid, als Taschenbuch beim Münchner Goldmann-Verlag unter dem Titel "Im Namen der Hoffnung". Damals wurde hierzulande auch der Dokumentarfilm bekannt. Nun hat Bruno Gmünder, Berlin, das Buch wieder neu aufgelegt. |
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(Ein weiteres bekanntes Buch von Randy Shilts ist seine Darstellung der "Frühgeschichte" von AIDS, die in Deutschland unter den Titeln "AIDS - Die Geschichte eines großen Versagens", aber auch "... und das Leben geht weiter" veröffentlicht wurde; Originaltitel: "... and the band played on". Auch dieses Buch wurde verfilmt. Randy Shilts ist selbst an den Folgen von AIDS verstorben.) |
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Der gebürtige Schotte Donald Runnicles begann seine Dirigentenlaufbahn in Deutschland, wurde 1992 Direktor der Oper von San Francisco und hat mittlerweile nahezu alle bedeutenden Symphonieorchester der Welt dirigiert. In Europa ist er auch besonders als Interpret Alter Musik bekannt. - Bereits in der Uraufführung sang Robert Orth die Titelrolle; sonst tritt er in den USA vor allem in Opern von Wagner, Mozart und Verdi auf. - Bradley Williams singt die Partie des Scott Smith, Jill Grove die der Anne Kronenburg und Raymond Very die des Dan White. Gidon Saks ist als Moscone dabei und Juliana Gondek als Dianne Feinstein. Der Chinesenführer Henry Wong, mit dem Harvey Milk politisch kooperierte, wird vom Countertenor Randall Wong verkörpert. Im Frühjahr 1996 wurde die Oper - meines Wissens zum ersten und bisher einzigen Mal - auch in Deutschland inszeniert, und zwar am Opernhaus in Dortmund. Mehrere der zunächst angekündigten Vorstellungen wurden kurzfristig abgesagt, in der Regel wegen Erkrankung von Mitwirkenden. Es ging jedoch das Gerücht, das Ensemble habe teilweise Schwierigkeiten mit dem Stoff und schütze Krankheiten vor, um nicht mit dem Stück auftreten zu müssen. Wie dem auch sei, einmal bin ich selbst deswegen vergeblich nach Dortmund gefahren. Als ich dann endlich einer der ersten tatsächlich stattfindenden Aufführungen beiwohnen konnte (vielleicht war es sogar die erste), saß schräg vor mir der bekannte schwule Fernsehunterhalter Alfred Biolek, auf den sich in der Pause ein ganzes Rudel Journalisten mit und ohne Kameras stürzte, um ihn nach seinen Eindrücken zu fragen. Seine Antworten dazu habe ich nicht mehr im Gedächtnis [*], aber mir hat die Oper und auch die Inszenierung insgesamt sehr gut gefallen. Besonders eindrucksvoll blieben mir zwei Szenen in Erinnerung:
[*] (Kleine Anmerkung am Rande: Dies war meine zweite zufällige Begegnung mit Herrn Biolek. 1985, als gerade seine Showreihe "Bio´s Bahnhof" mit großem Erfolg im Fernsehen lief, stolperte ich ihm auf der 1. Biotechnica in Hannover, einer Fachmesse und -tagung für Biotechnologie, ganz ahnungslos und unabsichtlich bei den Proben für seine für den Abend oder späten Nachmittag geplante Sendung "Bio bei Bio" aus der Messehalle buchstäblich vor die Füße.) |
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© Bernd König & VEHN e.V. Februar/März 2009 (Konzept), fertiggestellt am 28.-29.04.2009 -
Ergänzungen am 10.10.2009 (Dokumentarfilm auf DVD) und 07.11.2009 (Ehrungen)