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Unter dem Motto "Mach(t) die Augen auf!" gab es seit vielen Jahren erstmals wieder einen Christopher Street Day in Hannover - keine Parade mit geschmückten Trucks, dröhnenden Beats und jeder Menge Kommerz, sondern eine (gut besuchte!) politische Fuß-Demo für gleiche Rechte. Eröffnete einstmals Hannover mit seinem Straßenfest die CSD-Saison in Deutschland, so soll nunmehr eine neue Tradition begründet werden, bei der Hannover den Abschluss bildet.
Das Wetter war für eine CSD-Demo einfach ideal. Anfangs wurde befürchtet, dass aufgrund des Hickhacks in der Szene Hannovers die Veranstaltung ein Reinfall wird. So hat ein unklar formulierter Blogeintrag auf der Seite "csd-hannover.de" (Überschrift "kein CSD" - später im Text "nur eine Fußdemo") vom 25. Juni in einem nur wenige Tage später erschienenen Print-Magazin zu einer kompletten Ente geführt; dort stand dann nämlich nur noch zu lesen: "Kein CSD in Hannover". Im Vorfeld hatte es beim organisierenden Verein einen Wechsel gegeben und dazu immer wieder einander widersprechende Informationen. Dem ist es zuzuschreiben, dass die HuK Hannover nicht als geschlossene Gruppe teilnahm, sondern nur in Form einer Reihe von einzelnen unserer Mitglieder.
Wie Jürgen Rattay (dessen Fotos wir hier mit seiner freundlichen Genehmigung verwenden) auf seiner Homepage berichtet, standen zu Beginn um 13 Uhr nur wenige Aktivisten am Aegidientorplatz ("Aegi") herum, beinahe schon mehr Polizisten, und auch Sanitäter waren anwesend. Als der Marsch durch die Innenstadt Hannovers begann, war der Zug dann richtig bunt und an die 500 Teilnehmer stark. Nach jedem Halt und einer Rede wurde der CSD Hannover größer und schwoll nach Einschätzung der Veranstalter bis zum
Ende hin auf 1100 Teilnehmende an. Auch viele Heteros schlossen sich an, meint Rattay. Die Stimmung war fröhlich, richtig bunt und vielseitig. Einzelne Vereine und Gruppen hatten sich durch teilweises einheitliches Gruppenoutfit kenntlich gemacht. Mitgeführte Schilder präsentierten die politischen Forderungen.
Abends fand im GiG Linden die offizielle CSD 2010-Benefizparty statt.
Die Hannöversche AIDS-Hilfe richtete ein "Bällebad"
auf der Bühne ein. Viele Beteiligte hatten großen Spaß daran, in den bunten Bällen zu "schwimmen", um nach dem Kondom zu fischen. Ein Michael Jackson-Double sorgte schließlich noch für viel Furore und eine gute Stimmung, die bis zum frühen Morgen anhielt.
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Nein, diese beiden ersten Bilder stammen nicht vom hannoverschen CSD, sondern vom Schützenausmarsch ein paar Wochen zuvor (Anfang Juli) und zeigen den Wagen der Hannöverschen AIDS-Hilfe. Seit zehn Jahren gibt es bereits ein "Gay-Zelt" auf dem Schützenplatz und einzelne lesbisch-schwule Gruppen und Initiativen zeigen sich auch durchaus beim traditionellen Ausmarsch des größten Schützenfestes der Welt.
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