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Psychoscharlatane griffen Universität Marburg an

"Homoheiler" verschafften sich propagandatauglich Reputation auf Kosten des Ansehens
einer der ältesten deutschen Universitäten - und deren Leitung sah tatenlos zu!

Die 1527 gegründete Philipps-Universität Marburg ist die älteste bestehende protestantische Hochschule (davor gab es noch eine Gründung in Liegnitz, die aber bereits nach vier Jahren wieder schloss) und zugleich eine der ältesten Universitäten Deutschlands. Sie ist von etwa mittlerer Größe, prägt aber "ihre" Stadt - ein Viertel der Einwohner Marburgs sind Studenten - und war schon seit den Anfängen bemüht, den kompletten Fächerkanon zu bieten - aus der Überzeugung heraus, dass die unterschiedlichen Fachdisziplinen an einer Hochschule sich im interdisziplinären Dialog gegenseitig befruchten. Marburgs Uni setzte oft Akzente: So gab es dort beispielsweise ab 1606 den ersten Lehrstuhl für Romanistik und bereits ab 1609 den ersten für Chemie. Marburg ist ein angesehener Forschungsstandort und insgesamt 8 Nobelpreisträger haben hier geforscht und / oder studiert, 3 in der Medizin und 5 in der Chemie - beginnend mit Emil von Behring, der 1901 den ersten Medizinnobelpreis überhaupt erhielt, und (bislang) endend mit Georg Wittig, Chemie-Nobelpreisträger von 1979. Besonders die in Marburg ausgebildeten Chemiker sind bundesweit und darüber hinaus gefragt und erst in letzter Zeit belegte Marburg Spitzenplätze in den naturwissenschaftlichen Fächern insgesamt im CHE-Hochschulranking. [CHE = Centrum für Hochschul-Entwicklung]. - Es war also ein wahrlich "lohnendes" Ziel, das sich gewisse Leute für ihren Angriff auserwählt hatten!

Als Einfallstor für diesen Angriff fungierte nun der "6. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge" vom 20. bis 24.05.2009 unter dem Titel "Identität - Der rote Faden in meinem Leben" in der Universität und der Stadthalle von Marburg, ausgerichtet von der im konservativ-evangelikalen Milieu angesiedelten "Akademie für Psychotherapie und Seelsorge e.V." (APS), die sich als Plattform zur Begegnung christlicher Psychologen und Psychotherapeuten mit Theologen versteht. Unter etwa 120 Seminaren für die etwa 1000 erwarteten TeilnehmerInnen standen auch zwei unrühmlich bekannte Psychoscharlatane aus der christlich-fundamentalistischen "Homoheiler"-Szene mit jeweils einer Veranstaltung auf dem Programm: Markus Hoffmann von der Organisation "Wüstenstrom e.V." und die Kinderärztin Christl Ruth Vonholdt vom sogenannten "Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG)", das mit dieser Namensgebung den Eindruck zu erwecken versucht, eine seriöse wissenschaftlich ausgerichtete Institution zu sein. Die beiden Seminare trugen die Titel: "Reifung in der Identität als Frau und als Mann" bzw. "Weibliche Identitätsentwicklung und mögliche Probleme". Hinzu kam mit Michael Gerlach noch ein weiterer, weniger bekannter Referent aus diesem Umfeld.

Der Trick, das Thema Homosexualität - um das es diesen ReferentInnen bekanntermaßen immer wieder geht - im Seminartitel tunlichst zu vermeiden, hat dabei nicht funktioniert. Hintergrund dafür war, dass bei einem ähnlichen Kongress vor zwei Jahren im österreichischen Graz, an dem übrigens die APS mitbeteiligt war, und beim evangelikalen Jugendfestival "Christival" im Vorjahr vergleichbare "Seminare" im Vorfeld so viel Kritik auf sich zogen, dass sie letztendlich von den jeweiligen Veranstaltern aus dem Programm gestrichen wurden. Doch die Seminarankündigungen entgingen der Aufmerksamkeit u.a. des LSVD nicht, so dass dieser wie auch eine Reihe anderer Institutionen sich im Vorfeld dagegen wandten und zur Streichung dieser beiden Seminarangebote aufriefen. (Den Offenen Brief des LSVD vom 26.03.2009 finden Sie hier (ohne die Anlage) als pdf-Datei (*).)

(*) Den Acrobat Reader für unsere pdf-Dateien können Sie über diesen Link kostenlos herunterladen!

Dem APS-Vorstandsmitglied Dr. Grabe hatte der LSVD am 31. März außerdem u.a. geschrieben:

"Wir beanstanden nicht, dass Herr Hoffmann und Frau Vonholdt noch immer die von der psychiatrisch-psychotherapeutischen Fachwelt abgelehnte Meinung vertreten, dass Homosexualität eine als pathologisch zu beurteilende Störung der psychosexuellen Entwicklung sei. Wir beanstanden auch nicht, dass sie Homosexuellen, die unter ihrer Veranlagung leiden, Hilfen anbieten. Was wir beanstanden ist, dass sie nicht ergebnisoffen beraten und dass sie Probanden, die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, ihre homosexuelle Orientierung zu unterdrücken, fallen lassen und sie nicht einmal an andere Hilfsangebote weiterleiten, selbst wenn die Probanden suizidgefährdet sind. Uns sind mehrere solcher Fälle bekannt. ... Wir sind der Meinung, dass die Universität Marburg und die Stadt Marburg Kongressen, die solche gefährlichen Scharlatane unterstützen und ihnen ein Forum bieten, nicht unterstützen sollten."

Auf Einladung von Dr. Grabe trafen sich die LSVD-Vorstandsmitglieder Axel Hochrein, Axel Blumenthal und Manfred Bruns am 12. Mai in Frankfurt mit den Herren Dr. Grabe und Dr. Seehuber von der APS. (Beim LSVD war man dabei sehr befremdet darüber, dass dieser Termin vorab von der APS über die Medien veröffentlicht worden war, was den Eindruck erweckte, als ginge es der APS vor allem um die Demonstration von Gesprächsbereitschaft und weniger um das Gespräch selber.) Darin räumten die APS-Vertreter zwar ein, dass Homosexuelle allein aufgrund ihrer sexuellen Identität weder krank noch therapiebedürftig sind und lehnten Konversions- oder Umpolungstherapien ab. Sie meinten jedoch, den Inhalt des neuen, von Frau Dr. Vonholdt aufgebrachten Begriffs "Reparativtherapie" erst noch abklären zu müssen und dass im Übrigen die umstrittenen Referenten Christl Vonholdt, Markus Hoffmann und Michael Gerlach zu dem christlichen Spektrum gehörten, innerhalb dessen der Dialog durch den Kongress in Gang gebracht werden soll und die man nicht desavouieren wolle. Die LSVD-Vertreter wiesen darauf hin, dass eine solch gewundene Erklärung nicht zur Deeskalation der Situation beiträgt, und bekräftigten, dass sie niemand die Freiheit nehmen wollten, sich den ihm zusagenden Therapeuten auszusuchen, sich aber dagegen wehren, dass "Therapeuten", die sich nicht den Erkenntnissen der Wissenschaft, sondern religiösen Dogmen verpflichtet fühlen, durch einen Kongress, der von der Universität und der Stadt Marburg unterstützt wird, als seriös aufgewertet werden. Somit blieb das Gespräch ohne Ergebnis - aus der Sicht des LSVD. Die APS hatte damit aber wohl ihr Ziel erreicht, sich als "gesprächsbereit" darzustellen.

Später verstieg sich Dr. Grabe in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk sogar zu der Behauptung, die Betreffenden seien "mit Sicherheit nicht" homosexuellenfeindlich. Das ist nun aber eine recht dreiste Lüge, richtet sich doch ihr ganzes Bestreben darauf, homosexuellen Menschen in dreierlei Hinsicht schweren Schaden zuzufügen: Unter Ausnutzung der heteronormativen Sozialisation der Menschen aus konservativ-christlichem Umfeld hindern sie ihre Opfer an der Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins, rauben ihnen womöglich Jahre ihres Lebens und im schlimmsten Fall (Verursachung von Suizidalität) sogar das ganze Leben; sodann bereichern sie sich an ihnen (so bestreiten ja zum Beispiel die "Hauptamtlichen" des Vereins "Wüstenstrom" mit ihrer "Beratungstätigkeit", wie sie ihre Quacksalberei nennen, ihren Lebensunterhalt); und schließlich hetzen sie auf dem Felde der Politik gegen die Gleichstellung, also gegen die Bürger- und Menschenrechte von Homosexuellen. Und das soll "nicht homosexuellenfeindlich" sein?

Gäbe es so etwas wie einen "Walter Ulbricht-Award" für dreistes Lügen in der Öffentlichkeit ["Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten."], so hätte sich dieser Dr. Grabe hiermit als in höchstem Maße preiswürdig qualifiziert!

Was aber hat es nun mit dieser "Reparativtherapie" auf sich? Lassen wir uns das in Worten von Manfred Bruns erklären (denn besser hätte ich es auch nicht formulieren können):

"Wer wie "Wüstenstrom" davon ausgeht, dass alle Menschen heterosexuell sind, kann natürlich Homosexuelle nicht "umpolen", sondern nur "heilen" [ = "reparieren" - BK] wollen. Aber das ist nur Wortklauberei. "Wüstenstrom" ist zu Recht mit dem Versuch gescheitert, seinen Kritikern den Gebrauch des Wortes "Umpolung" gerichtlich verbieten zu lassen." - [Und weiter:] "Warum bestreiten fundamentalistische Christen so heftig die Tatsache, dass es eine schicksalhafte homosexuelle Prägung gibt, die für die Betroffenen unabänderlich ist? Vermutlich, weil das mit ihrer wörtlichen Bibelauslegung nicht zu vereinbaren ist. Denn dann stellt sich sofort die Frage: Wer hat die Homosexuellen so erschaffen? War das Gott oder ist das Teufelswerk? Auch wäre es mit dem christlichen Liebesgebot schwer zu vereinbaren, wenn man Menschen allein wegen ihres Soseins, für das sie nichts können, so unnachgiebig ausgrenzt und diskriminiert, wie das die fundamentalistischen Christen tun. Wenn man dagegen die Tatsachen verdreht und sich einredet, dass diese Menschen auch anders könnten, wenn sie nur wollten, kann man sie guten Gewissens als Sünder diffamieren und ausgrenzen."

Wie abwegig diese Position auch in theologischer Hinsicht ist, erhellt sich meiner Meinung nach besonders gut im folgenden Auszug des Offenen Briefs des BEFAH an Dr. Grabe:

Sehr geehrter Herr Dr. Grabe,

der Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen (BEFAH e.V.) - teilt Ihnen seine große Besorgnis darüber mit, dass auf dem o.a. Kongress ReferentInnen auftreten, die sich autorisiert genug zu fühlen scheinen, um unserem Schöpfergott ins Handwerk zu pfuschen. "Kinder sind eine Gabe Gottes, und Leibesfrucht ist ein Geschenk" schreibt der Psalmist (Ps. 27,1). Wir Väter und Mütter von schwulen Söhnen und lesbischen Töchtern - wir Eltern sind übrigens nicht homosexuell und die Geschwister im allgemeinen auch nicht! - haben unsere Kinder als wertvolles Geschenk angenommen, so wie sie uns in den Schoß gelegt worden sind. Mit ihrer eigenen (Gott-)gegebenen Identität! Ihr Kongressprogramm hingegen unterstellt unterschwellig, dass unsere homosexuellen Kinder gewissermaßen einen "Webfehler Gottes" an sich tragen. Und dass bestimmte Referenten wie Frau Dr. Vonholt und Herr Hoffmann diese Webfehler ausmerzen können. Was für eine Anmaßung! Was für eine menschenverachtende Attitüde! Was für eine Blasphemie! Wer sind die Beiden denn, dass sie sich einbilden, Privatsekretäre Gottes zu sein!? Besser zu wissen, was gut ist für unsere Kinder und für unsere Familien!? Ihr Argument, sie würden nur denen helfen, die unter ihrer homosexuellen "Neigung" litten, lassen wir nicht gelten. Helfen Sie denn auch Menschen, die unter ihrer heterosexuellen "Neigung" leiden, zu homosexuellen Empfindungen?

Unsere Kinder sind, wie sie sind! Sie haben jedes Recht, in unserer Gesellschaft ihr Leben so zu gestalten, wie es ihren Anlagen gemäß ist. Mais lässt sich gentechnisch verändern. Unsere Kinder lassen sich nicht genpsychologisch "umpolen". Sie dürfen, sie wollen und sollen so sein, wie sie sind!

Aber um Theologie und Glauben geht es hier eigentlich nicht und kann es auch gar nicht gehen. Ein Mediziner aus Kreisen der "Bundes-HuK" brachte die Bewertung dieser "Therapien" mit folgenden klaren Worten auf den Punkt:

"Die Frage, ob solche Therapien akzeptabel sind, ist keine theologische oder pastorale, sondern eine medizinische. Nach medizinischen Kriterien (wie sie an Medikamente und physische Therapien gestellt werden) sind sie wirkungslos bis traumatisierend. (Keine Kasse würde sowas zahlen, ein entsprechendes Medikament sofort vom Markt genommen werden.) Sie sind daher abzulehnen." - "Menschen gehen aus den Therapieversuchen [der "Homoheiler" - BK] mit Störungen hervor, während affirmative Therapien (die also nicht auf die Homosexualität, sondern deren pathologische Ablehnung zielen) signifikante Verbesserungen (Maßstab: Integration der eigenen Persönlichkeitsmerkmale, Wohlbefinden, Orientierung im Leben) zeigen."

Der Berufsverband deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie hatte anlässlich der öffentlichen Diskussion um "Konversionstherapien" oder "reparative Therapien" bei Homosexualität bereits im April wie folgt Stellung genommen:

Auch Fachleute vor Ort schlossen sich der Kritik an, so etwa Ulrike Wagner-Rau, Theologieprofessorin an der Uni Marburg und Pastoralpsychologin: "Man kann mit Sicherheit sagen, dass es auch homosexuelle Menschen gibt, die psychisch leiden. Genauso wie es Menschen mit anderer sexueller Orientierung gibt, die psychisch leiden. Aber diesen ursächlichen Zusammenhang so zu sehen, entspricht nicht dem Stand der Forschung und ist auch menschlich problematisch." sagte sie gegenüber dem Hessischen Rundfunk. - Dr. Roland Stürmer und 17 weitere Marburger Psychotherapeuten meldeten sich ebenfalls zu Wort und widersprachen der Behauptung von Vonholdt, dass deutsche Psychotherapeuten in der Regel Menschen, die homosexuell empfinden und damit unglücklich sind, angemessene Hilfe verweigerten.

Die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e.V." erklärte am 20.04.2009 zum Marburger Kongress:

"Die psychotherapeutischen Ansätze zur "Behandlung" Homosexueller, die dort vorgestellt werden sollen, entsprechen nicht dem Stand der biologischen und psychologischen Wissenschaft und sind daher als (vermutlich religiös motivierte) Pseudowissenschaft zu klassifizieren, ähnlich wie die Ablehnung der Evolutionstheorie durch die Kreationisten.

Mit Sorge beobachten wir, dass Tagungen mit pseudowissenschaftlichen oder esoterischen Inhalten immer häufiger in einem universitären Rahmen abgehalten werden, vor allem im alternativmedizinischen Bereich, ohne dass Universitäten hiergegen einschreiten. Diese Tendenz ist natürlich kein Zufall, denn damit soll der Eindruck erweckt werden, dass die diskutierten Inhalte wissenschaftlichen Charakter haben, obwohl dies nicht der Fall ist. Universitäten sollte an Aufklärung und Wissenschaft gelegen sein, nicht an der Unterstützung von Quacksalberei.

Die GWUP sieht in der Forderung, an Universitäten keine Veranstaltungen mit pseudowissenschaflichen Inhalten zuzulassen, keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, wie es die Vertreter von Pseudowissenschaften ihren Kritikern gern vorwerfen. Es stehen genügend außeruniversitäre Tagungszentren zur Verfügung, in denen Räumlichkeiten angemietet und Meinungen noch so absurder Natur frei geäußert werden können."

Mit dieser Einschätzung dürfte die GWUP genau den Punkt getroffen haben, um den es eigentlich geht: Die Erweckung des Eindrucks von Wissenschaftlichkeit für diese Psychoscharlatanerie. Und man wird damit rechnen müssen, dass die ReferentInnen künftig mit ihrem Auftritt an der Universität Marburg werben werden - und es damit "Betroffenen" aus dem evangelikalen Milieu noch schwerer machen werden, kritische Distanz zu wahren und nicht auf das "Angebot" solcher Quacksalber hereinzufallen. - Den Beweis dafür liefert die Tatsache, dass Frau Vonholdt und ihr "DIJG" gern damit angeben, dass es ihr die Unionsfraktion einst ermöglichte, in einer Anhörung zu "homopolitischen" Fragen einen Auftritt als "Sachverständige" im Bundestag zu haben ( - und homophobe SPD-Abgeordnete vor Jahren einen solchen im Hessischen Landtag). Darauf beruft sich ihre Organisation noch heute und versucht, den falschen Eindruck zu erwecken, über eine offizielle staatliche Anerkennung zu verfügen, wie ich bereits in unserer Webseite zum "Christival" schrieb (vgl. dort auch meine damalige Bewertung dazu [im "Kleingedruckten"]).

Unbeeindruckt von aller Kritik von Fachleuten wie auch der der GWUP hatte es die Marburger Universität, in deren Räumen der Kongress zum Teil stattfinden sollte, abgelehnt, den Mietvertrag mit dem Veranstalter zu kündigen - mit der Begründung, Wissenschaft und Demokratie lebten davon, dass man sich mit den Meinungen anderer und mit vermeintlichen Irrlehren auseinandersetzt. Nun ist es aber kein Ausdruck wissenschaftlicher Diskussionskultur, solchen ReferentInnen eine Plattform zu bieten, um deren diskriminierende Ansichten zu verbreiten, sondern die Kapitulation vor homosexuellenfeindlichen Organisationen. Man darf nun gespannt sein, wer als nächstes sich mit einem Auftritt an der Universität Marburg wird schmücken dürfen - etwa die Exorzisten (Teufelsaustreiber), die es ja 2007 in Graz (siehe oben) auch - noch - vergeblich versucht hatten, oder Astrologen oder etwa Kreationisten (die ja das gesamte naturwissenschaftliche Weltbild unserer Zeit ablehnen)? Vielleicht auch die "Nine-Eleven-Verschwörungstheoretiker", die doch auch für eine universitäre Imageaufbesserung gut wären - oder (zur "Freude" nicht nur der Historiker) die Holocaust-Leugner?

Im letzten Falle schlösse sich dann sogar gewissermaßen ein Kreis, hatten doch - wie der Berichterstatter zufällig erfuhr - Neonazis ihrerseits jenen Unterstützungsaufruf für den universitären Auftritt der umstrittenen ReferentInnen unterstützt, der von der ersten Liga der prominentesten Homohasser der Republik unter dem unverschämten Titel "Für Freiheit und Selbstbestimmung" lanciert worden war. - Zu einem eher seltsamen Randphänomen der Marburger Ereignisse, bei dem sich Neonazitum und vermeintlich linksradikale Autonome zu berühren scheinen, sei hier noch mittels des Zitats eines interessanten Internet-Blogs verwiesen.



Und nun zum Abschluss noch ein paar Fotos von den Protesten:

(Die Bilder können durch Anklicken vergrößert gesehen werden.)

Kreativer Protest: "Christopher Street" in Marburg

Demo - "Wenn ich groß bin, werdŽ ich schwul"

Demo - "Unheilbar!"

"Blockade" des Hörsaalgebäudes

(Fotos: © Markus von der "Bundes-HuK")

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© HuK Hannover e.V. 27.05.2009 (begonnen 12.05.2009) - letzte Änderung am 12.09.2009