Aktuelles



UNO-Vollversammlung lehnt Homo-Rechte ab

(Nach verschiedenen Berichten)

Zum 60. Jahrestag der UN-Menschenrechtserklärung aus dem Jahr 1948 am 10. Dezember hat Frankreich in der Vollversammlung der Vereinten Nationen eine darauf basierende, nicht bindende Erklärung vorgeschlagen, die sicherstellen sollte, dass alle Menschen, auch Schwule und Lesben, mit gleicher Würde und gleichen Rechten geboren sind. Das von Frankreich vorgeschlagene Papier wurde vom argentinischen Botschafter bei den UN vorgestellt. Ein solches Papier zum Schutz von Homosexuellen war bislang noch nie in die Vereinten Nationen eingebracht worden. Nur 66 von 192 Mitgliedsstaaten unterzeichneten das Dokument. Zu den Unterstützern gehörte die gesamte Europäische Union sowie viele süd- und mittelamerikanische Länder wie etwa Brasilien, Argentinien und Kuba und vereinzelte asiatische Staaten wie Japan und Israel.

Weitgehend auf Ablehnung stieß das Papier stattdessen bei den muslimischen Ländern und beim Vatikan, der stets dabei ist, wenn es eine unheilige Allianz gegen Lesben und Schwule zu schmieden gilt. So sprachen sich dieser und alle arabischen Länder gegen eine Entkriminalisierung von Homosexualität aus. Auch die Supermächte Russland, China und die USA unterschrieben die Erklärung nicht. Die Vereinigten Staaten argumentierten, dass die geltende "Donīt ask, donīt tell"-Regelung beim US-Militär einer Unterstützung im Wege stünde. (Diese besagt, dass offen homosexuelle Soldaten nicht dienen dürfen.) Dass schon in gut vier Wochen ein neuer Präsident ins Amt kommen wird, der deutlich erklärt hat, diese Regelung streichen zu wollen, focht die Vertreter der (noch) amtierenden homo-feindlichen Bush-Administration dabei nicht im mindesten an.

Ein von Syrien eingebrachter Gegenentwurf, der die Bestrafung von Homosexualität verteidigt, wurde von 58 Staaten unterstützt. Der syrische Botschafter Abdullah al-Hallaq erklärte, die arabische Welt sei "beunruhigt, dass das Augenmerk auf bestimmte Personen aufgrund deren sexuellen Interessen und Verhaltensweisen gelegt wird, aber dass die Intoleranz und Diskriminierung auf Basis der Hautfarbe, der Rasse, des Geschlechtes oder der Religion" ignoriert werde. Er warnte davor, dass Homosexualität in der nahen Zukunft "sozial anerkannt" werden könne und "viele bedauerliche Taten legitimieren könnte, darunter auch Pädophilie."

Derzeit verbieten nach unterschiedlichen Angaben mindestens 84 Staaten Homosexualität. In mindestens 8 Ländern werden Schwule mit dem Tode bedroht. Vergleiche zur Menschenrechtslage der Homosexuellen auch den Beitrag von Wolfgang Kreutzberger in unserer Sektion "Wissenswertes" (mit Link zur ILGA-Weltkarte zur Situation von Schwulen und Lesben)!

[ Zum Seitenanfang ]    [ Zurück zur Aktuell-Hauptseite ]    [ Zurück zur EU-Entschließung von 2009 ]

[ Für "Seiteneinsteiger":  Neustart unserer Seite mit Menü & Sitemap  ]


© HuK Hannover e.V. 11.02.2009 - letzte Änderung am 31.08.2009