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Erneuter Anschlag auf das neue Berliner Homo-Denkmal

(Nach Pressemitteilungen des LSVD vom 16. und 20.12.2008)

In der Nacht zum Dienstag, den 16.12.2008, wurde nun schon zum zweiten Mal ein Anschlag auf das neue Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Homosexuellen verübt und wie vor vier Monaten das Sichtfenster eingeschlagen, in dem das Video mit den beiden sich küssenden jungen Männern gezeigt wird.

Das Denkmal im Berliner Tiergarten - gegenüber dem Stelenfeld des Holocaust-Mahnmals (Denkmal für die ermordeten Juden Europas), auf das es in seiner Gestaltung Bezug nimmt - war erst Ende Mai eingeweiht worden. Einen Monat darauf konnte zum Berliner CSD der mutmaßlich letzte Überlebende der nationalsozialistischen Schwulenverfolgung, Rudolf Brazda, als Ehrengast am Denkmal begrüßt werden - seine Nichte war durch Berichte über die Einweihung auf den Gedanken gekommen, den Kontakt zu ihm zu vermitteln. Auf einer umfangreichen Webseite mit Fotos und Links zu den Redebeiträgen (als Videos im Internet) haben wir darüber berichtet:

Zur Seite "Denkmaleinweihung in Berlin - Rudolf Brazda beim CSD"

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Zum neuerlichen Anschlag auf das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erklärt Alexander Zinn, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V.:

<< Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. verurteilt den beschämenden Anschlag auf das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen aufs Schärfste. Die widerwärtige Tat ist ein Schlag ins Gesicht aller Verfolgter des NS-Regimes. ... Der Anschlag führt aufs neue vor Augen, dass Homophobie ein virulentes Problem dieser Gesellschaft ist. In letzter Zeit häufen sich auch gewalttätige Übergriffe auf schwule Männer und lesbische Frauen. Die Politik muss nun endlich handeln! Wir fordern vom Berliner Senat und von der Bundesregierung einen koordinierten Aktionsplan gegen Homophobie. >>

Der LSVD Berlin-Brandenburg hatte für Freitag, den 19. Dezember 2008, zu einer Mahnwache am Denkmal aufgerufen, um gegen die verbreitete Homophobie zu protestieren. An der Mahnwache nahmen etwa 50 Personen teil, darunter auch Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hielt eine Ansprache, in der er deutlich machte, dass derartige Anschläge nicht hingenommen werden. Die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg, Petra Rosenberg, erinnerte an die homosexuellen NS-Opfer und mahnte, dass das NS-Unrecht niemals in Vergessenheit geraten dürfe. Auch die Bundestagsabgeordneten Michael Kauch (FDP), Volker Beck (Grüne) und Barbara Höll (Die Linke) hielten kurze Ansprachen.

Der Bundespräsident sandte über das Bundespräsidialamt einen Brief an den LSVD Berlin-Brandenburg. Darin heißt es: << Der Bundespräsident hat die Nachricht über den Anschlag auf das Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen mit Betroffenheit zur Kenntnis genommen. Er wird sich über die Ermittlungen und deren Ergebnis berichten lassen. Eine Teilnahme an der für heute geplanten Kundgebung ist ihm aus Termingründen leider nicht möglich. Der Bundespräsident verurteilt Anschläge wie diesen auf das schärfste. Er würdigt das Engagement derer, die die Erinnerung an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft wach halten. Dazu gehört auch, denen entgegenzutreten, die aus niederen Beweggründen Taten wie diese begehen. Darum ist auch die von Ihnen geplante Protestkundgebung wichtig. Der Bundespräsident wünscht ihr die verdiente große öffentliche Aufmerksamkeit und bittet Sie, allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern seine Grüße zu übermitteln. >>

Der Berliner Senat hatte nach dem ersten Anschlag im August die Videoüberwachung des Gedenkortes abgelehnt, um dessen offenen Charakter zu bewahren, wie unter anderem queer.de berichtete. Vielleicht sollte dieser Beschluss nun doch noch einmal überdacht werden.

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(Ein dritter Anschlag erfolgte am 5. April 2009.)

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© LSVD & HuK Hannover e.V. 21.12.2008
- letzte Änderung am 04.09.2009