Am 01.11.2008 startete mit Timm TV ein bundesweites schwules Fernseh-Vollprogramm, das aus Berlin sendet, an dem aber auch das hannoversche Verlagsunternehmen Madsack beteiligt ist. Im Printbereich startete im Monat zuvor das neue Magazin "g:zine" als "das lesbischwule Magazin für Hannover und Region"; es wurde aber schon bald wieder eingestellt. Im folgenden Jahr trat dann "Gaypeople" an dessen Stelle. Und schließlich hatte sich 2008 aus dem Umkreis der Hannöverschen AIDS-Hilfe (HAH) eine ernstzunehmende Gruppe aufgemacht (SchwuLes Hannover e.V.), unserer Landeshauptstadt ab 2009 zu einem CSD zu verhelfen; er fand statt am 22. August. (Dieser Bericht wurde Ende November 2009 aktualisiert.)
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Am 1. November 2008 ging das neue schwule Fernsehprogramm Timm auf Sendung. Wir zitieren dazu aus einem Artikel von Dirk Schmaler in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) vom 31.10.2008:
>> Das Projekt ist ambitioniert. Timm ist der erste TV-Sender mit Vollprogramm, der seit 1993 (Vox, RTL II) im frei empfangbaren Fernsehen startet. "Es geht darum, einen Teil unserer Realität widerzuspiegeln", sagt Timm-Mitbegründer Ingo Schmökel. Sprachrohr für schwule Männer will der Sender dennoch nicht sein. Vielmehr Ratgeber, Unterhalter und Informationslieferant.
Der neue Spartensender arbeitet von Berlin aus und ist bundesweit übers digitale Kabel und über Satellit zu erreichen. Damit können rund 15 Millionen Haushalte den Sender empfangen. Timm sendet wochentags von 18 Uhr bis Mitternacht; am Wochenende länger.
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Das Programm bedient sämtliche Sparten, von Dokumentationen bis zu Magazinen und internationalen Spielfilmen für die homosexuelle Zielgruppe. Auch internationale Kultserien wie "Queer as Folk" und "The L-Word" kehren teils in deutscher Erstausstrahlung zurück ins Fernsehen. Rund ein Drittel der Inhalte sind selbst produziert. Darunter Formate, die auch in anderen Fernsehsendern für gelungene Abwechslung sorgen würden. In "Timmousine" beispielsweise verwickelt der Moderator seine Gäste in einem Taxi in ein Gespräch, während der Fahrer eine Nacht lang durch Deutschlands Metropolen kurvt. Auch aktuelle Nachrichten soll es zu sehen geben — wenn auch "mit einem anderen Blick", wie Schmökel sagt. Angelehnt an die klassischen Nachrichtensendungen gibt es jeden Abend 15 Minuten Neues aus Politik, Wirtschaft und Szene. Die Idee, einen Fernsehsender für Schwule zu starten, hatten Schmökel und Timm-Programmdirektor Frank Lukas schon vor Jahren. Lukas moderierte damals das RTL-Schwulenformat "anders Trend", Schmökel war Mitarbeiter. "Wir haben gemerkt, dass es unendlich viele Themen gibt, die wir alle gar nicht unterbringen konnten“, sagt Schmökel. Außerdem wurden sie zu Profis, was das schwule Fernsehenmachen angeht. Vor zwei Jahren begann die Suche nach Investoren. Als unter anderem die hannoversche Verlagsgesellschaft Madsack, die auch die Hannoversche Allgemeine Zeitung herausgibt [wie auch die Neue Presse (NP), verschiedene Stadtteil- und Anzeigenblätter sowie etliche lokale Tageszeitungen des weiteren Umlands um Hannover - der Internetredakteur], einstieg, wurde das Projekt Realität. "Für einen Sender für Schwule gibt es einen riesigen Markt", sagt Schmökel. Das hat auch die Werbewirtschaft längst erkannt und umgarnt schwule Männer zielgerichtet. Immerhin 3,65 Millionen schwule Männer gibt es in Deutschland, schätzt der Branchenverband, das wäre jeder neunte Mann. Dazu kommen Neugierige und Freunde und Familien von schwulen Männern, die sich über die Szene informieren wollen. Obwohl die Gründer den Senderstart nicht nur der gesellschaftlichen Entwicklung hin zu mehr Toleranz zuschreiben, sondern auch der fortschreitenden Digitalisierung, die mehr Spartensender möglich macht, setzen Homosexuellenverbände Hoffnungen auf das Projekt. Selbst der bekennende Schwule und Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, gab in einem Interview zu Protokoll, dass er sich von dem Sender "mehr Selbstverständlichkeit" beim Thema erhoffe.<< |
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(Seit Anfang Februar 2009 sendet TIMM rund um die Uhr.)
[ Weitere Informationen auf der Webseite www.timm.de ]
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Printmedien für die "schwul-lesbische Community" haben nach wie vor ihre Bedeutung und Berechtigung, auch wenn heutzutage die "bürgerliche Presse" längst nicht mehr in abwertender oder sensationsgieriger Weise und im anti-homosexuellen Sinne "aus dem homosexuellen Milieu" berichtet - und sich nun sogar der führende Pressekonzern unserer Region an einem schwulen Fernsehsender beteiligt (siehe oben). Aber es gibt immer noch viele Inhalte, die die allgemeine Presse erst gar nicht aufgreift oder wo unsere spezifische Sichtweise auf die Dinge einfach zu kurz kommt.
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"Mimikry"-Ausgabe Nr. 2 von 1998, damals
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hinnerk-Ausgabe Nr. 10/2005 |
"Schwulissimo" vom November 2008 |
Zu den Zeiten des leider "verblichenen" HOME-Zentrums (vergleiche dazu unsere "NOSTALGIE-SEITE HOME-Zentrum") berichtete vier mal im Jahr die "Mimikry" über die wichtigsten uns betreffenden Ereignisse in unserer Stadt und gab auch eine einschlägige Terminvorschau [keineswegs etwa nur zu den Terminen im Schwulen- und Lesbenzentrum selbst!]. So wurde beispielsweise über die Vorstellung des neuesten literarischen Werkes unseres hannoverschen "Wowoeten" Friedhelm Kändler, "Kröhlmann", im Künstlerhaus berichtet, über die Tagung "Lesben und Schwule in der Europäischen Union" im Europa-Pavillon bei der Weltausstellung 2000 in Hannover, über die Tagung des VLSP 2001 in Hannover (der VLSP ist der Verband lesbischer Psychologinnen und schwuler Psychologen), über eine Veranstaltung zum Thema "Antischwule Gewalt" im Pavillon am Raschplatz, aber unter dem Untertitel "Viele Hannoveraner in Berlin" beispielsweise auch über das erste einer Reihe von Bundeselterntreffen des BEFAH (2001) in Berlin. Dem bundesweit "in der Szene" bekannten Berliner Aktivisten Hans "Napoleon" Seyfarth wurde ein Nachruf gewidmet, eine "hochkarätig" besetzte Talkshow zum geplanten Lebenspartnerschaftsgesetz in der Marktkirche gab Anlass zu einem "Vorschlag für ein soziales Experiment" unter dem Titel "Die Minderheit des Jahres" und zum neuesten Buch des Olivia-Autors Rainer Hoffschildt "Die Verfolgung der Homosexuellen in der NS-Zeit - Zahlen und Schicksale aus Norddeutschland" (Berlin 1999) brachte die Mimikry eine Buchbesprechung. Und dann wurden in der Mimikry bisweilen auch noch so grundsätzliche Fragen abgehandelt wie etwa "Das Problem der Heterosexualität im Blick auf die biologische Evolution" - auch heute immer noch lesenswert! Das gilt auch für Satiren wie beispielsweise "Wie können wir unseren heterosexuellen Mitmenschen helfen ?", in der - meines Wissens - erstmals der neue Begriff der "Virilophobie" kreiert wurde (*). Die Mimikry, finanziert durch die Vereinsbeiträge an den HOME e.V., wurde zeit ihres Erscheinens nicht nur im HOME-Zentrum, sondern an allen relevanten "Szene-Orten" Hannovers (kostenlos) ausgelegt und war daher so etwas wie ein (inoffizielles) lesbisch-schwules Stadtmagazin.
(*) Disclaimer: Die Mehrzahl der vorstehenden Links führt zur privaten Homepage unseres Internetredakteurs.
Diese ist in ihren Inhalten nicht mit der HuK Hannover abgestimmt und wird daher auch nicht von der HuK Hannover mit verantwortet.
(Es wurden gerade diese Beiträge als Beispiele ausgewählt, weil sie noch im Internet verfügbar sind.)
Ab dem Jahre 1995 berichtete auch das Hamburger schwule Stadtmagazin "hinnerk" über das Wichtigste aus Hannover (und anderen Städten Norddeutschlands). Dieses monatlich erscheinende, aufwändig im Farbdruck gestaltete Magazin wird ebenfalls "in der Szene" ausgelegt (ist aber auch im Abo zu beziehen) und finanziert sich vor allem durch Anzeigenaufträge. Da hat es durch seine "Norddeutschland-jenseits-von-Hamburg-Seiten" zwar ein paar Kunden hinzugewonnen, auf die Dauer aber wohl nicht ausreichend viele, denn schon vor ein paar Jahren wurde die Berichterstattung "aus der Provinz" (aus Hamburger Sicht) bereits wieder stark eingeschränkt; im Juli 2008 wurde nun "beschlossen, die redaktionelle Auseinandersetzung mit dem Norden in der Print-Ausgabe von hinnerk einzustellen", wie die Redaktion in der Antwort auf einen Leserbrief im Septemberheft 2008 mitteilte. Anlass des Briefes war der Umstand, dass der hinnerk seit August 2008 an den bisherigen Auslagestellen in Hannover nicht mehr zu finden ist. "Das heißt nicht, dass wir das schwule Leben im Norden geringschätzen. Wir werden auch weiterhin aus Norddeutschland berichten - auf unserem neuen Onlineportal www.publigayte.com. Dort finden sich auch weiterhin alle Termine im Norden - dazu News, Interviews und Verlosungen. Zudem kann man dort den hinnerk als E-Paper herunterladen. Und natürlich verschicken wir hinnerk auch weiterhin gerne in alle Regionen, allerdings gegen Übernahme der Versandkosten." teilte die Redaktion ferner dazu mit. - Der hinnerk ist ein im Allgemeinen ganz gut gemachtes Blatt mit einigem journalistischen Anspruch und einer Fülle von Themen vom "Schwuler Wohnen" (siehe oben) bis zur Frage "Gibt es die Community wirklich?" und einem Beitrag zum Thema "25 Jahre Waldschlösschen" (beides im August 2006), um auch hier Beispiele zu nennen.
Ebenfalls aus Hamburg kommt seit einiger Zeit "Schwulissimo" - ein farbiges Monats-Magazin, das viele Bilder mit kurzen "Livestyle"-Artikeln bringt, aber keine längeren journalistischen Hintergrund-Beiträge. Im Terminteil und unter den Szene-Adressen findet sich jedoch "der ganze Norden" wieder. Schwulissimo liegt - jedenfalls derzeit - an all jenen Orten in Hannover kostenlos aus, an denen bis einschließlich Juli 2008 auch noch der hinnerk zu finden war. (Auch dazu noch der Link: www.schwulissimo.de.)
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Seit bislang 4 Ausgaben gibt es nun - im November 2009, also ein Jahr nach der Ins-Netz-Stellung dieses Beitrages in seiner ursprünglichen Form - das ebenfalls wiederum in Hannover erscheinende Magazin "Gaypeople" mit dem Untertitel "Party & Lifestyle in Niedersachsen & Bremen". Es ist ein Produkt des gleichnamigen Partyveranstalters und ähnelt insofern g:zine (dessen Ende mit dem Rückzug seines Herausgebers aus dem Partygeschäft gekommen war). Hinweise auf Parties, aber auch auf Filme (im Kino, im Fernsehen sowie auf DVD) und das Jubiläumskonzert von Vox homana, bilden neben mehreren Seiten mit Partyfotos auch den Hauptinhalt eines Heftes von etwa 28 Seiten. An weiteren Themen finden sich kurze Artikel über Stars und Sternchen (Robbie Williams, Hella von Sinnen, Lady GaGa), Mode sowie zu "Fit & sexy durch den Herbst" (Obst und Gemüse, Hanteltraining und Grippeschutz [mit Links zu Fitness-Studios und einer Arztpraxis - im redaktionellen Bereich!]). Neben den Seiten zu Hannover gibt es solche zu Braunschweig, Osnabrück, Bremen/Oldenburg und Göttingen. Links: Die ersten vier Ausgaben von "Gaypeople". - Weitere Informationen hierzu bietet die Webseite www.gaypeople.de.
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Einst eröffnete Hannover zu Pfingsten mit dem "Tummelplatz der Lüste" die CSD-Saison in Deutschland, zwar ohne Parade, aber mit einem beliebten Straßenfest - anfangs am Steintor, später auch an der Oper (vergleiche dazu unsere "NOSTALGIE-SEITE Tummelplatz der Lüste"). Begleitende Kultur-Veranstaltungen wie etwa Chorkonzerte mit Vox homana und lesbischen, schwulen und/oder "gemischten" Gast-Chören oder ein Chanson-Abend mit Jo van Nelsen bildeten gar den Rahmen für eine ganze Tummelplatz-Woche.
In den Jahren 2004 und 2005 wurde die Tummelplatz-Tradition durch die "flammenden Herzen" wieder aufgenommen - selbstverständlich auch unter Beteiligung der HuK Hannover; vergleiche dazu unsere Hinweis-Seiten im Aktuell-Bereich: 2004 - 2005. - "flammende Herzen" war nach dem Entschluss des über eine Reihe von Jahren sehr erfolgreichen Tummelplatz e.V. ("Tummelplatz der Lüste"), die Ausrichtung eines Straßenfestes aufzugeben, sozusagen der zweite Versuch, ein lesbisch-schwules Straßenfest in Hannover zu etablieren. (Vergleiche auch den "Homoluja"-Beitrag zur Gründung von "flammende Herzen" in der Privatseite unseres Internetredakteurs.) Wegen Finanzierungsschwierigkeiten (auch Lesben und Schwule und deren Gastronomie blieben von der allgemeinen Wirtschaftskrise nicht verschont) und mangelnder personeller Unterstützung aus der lesbisch-schwulen Community unserer Stadt kamen dann in den Jahren 2006 und 2007 die jeweils bereits in Planung befindlichen Straßenfeste nicht mehr zustande; Ende 2007 beschloss der flammende Herzen e.V. seine Auflösung.
Wie nun bei der 11. Sitzung des Runden Tisches "Emanzipation und Akzeptanz von Lesben und Schwulen in der Landeshauptstadt Hannover" bereits am 9. Juli 2008 mitgeteilt wurde, hatte sich die City GmbH "an die Hannöversche AIDS-Hilfe gewandt mit der Idee, am Montag nach dem Schützenfestausmarsch einen Rosa Montag zu organisieren. Die HAH organisierte daraufhin ein Treffen mit verschiedenen Initiativen, bei dem sich dann herauskristallisierte, dass es sehr wichtig sei, dass in Hannover wieder ein Christopher Street Day oder ein ähnliches Event stattfände, aber dass es keine gute Idee sei, dies im Rahmen eines Schützenfestes zu machen, da es ja eine Kundgebung sei und keine reine Spaßveranstaltung. Es habe sich auf Anregung und einen Aufruf von "hin und wech" und der Hannöverschen AIDS-Hilfe hin eine Gruppe von Menschen zusammengefunden, die nun fernab von Vereins- oder privatwirtschaftlichen Zwecken gemeinsam die Planung eines solchen Events in Angriff nehmen wolle [und] ... die die Planungen für eine Kundgebung 2009 vorantreibt; 2010 soll ggf. auch eine Demonstration geplant werden. Bewusst wolle man sich von Parade und Party als Begrifflichkeiten distanzieren um die politische Bedeutung hervorzuheben." (Zitat aus dem Protokoll des Runden Tisches)
Inzwischen wurde ein Verein SchwuLes Hannover e.V. gegründet (Webseite: www.csd-hannover.info), der noch Mitstreiter sucht. Er ist bereits der CSD-Nord-Kooperation beigetreten, so dass auch auf deren Webseite der geplante hannoversche CSD für den 22. August 2009 eingetragen ist. (Der klassische Pfingsttermin für Hannover ist damit wohl endgültig Geschichte.) Hoffen wir auch hier auf gutes Gelingen, damit Lesben und Schwule wieder mehr in der Öffentlichkeit in unserer Stadt präsent sind! - Nachtrag 2009: Der CSD fand statt - näheres dazu auf unserer/n Themenseite(n). - Nachtrag Januar 2010: Ein in 2009 neu gegründeter Verein "Warmfront e.V." will nun aber auch die Pfingsttradition fortsetzen. So hat er für Pfingstsonntag, den 23. Mai 2010, in der schwulen Presse und im Internet (auf warmfrontev.jimdo.com) ein Straßenfest u.a. mit Daphne de Luxe und Les Pouschelettes und eine Abendveranstaltung angekündigt. Damit will er nach eigener Aussage die Tradition des Tummelplatzes fortsetzen; sofern das Fest auf dem Georgsplatz stattfinden sollte (wie als Alternative zum Steintor "angedacht"), handelte es sich aber wohl eher an eine unmittelbare Anknüpfung an flammende Herzen 2005.
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© HAZ (Längeres Zitat zu Timm TV) & HuK Hannover e.V. 09.11.2008 (begonnen) - 08.12.2008
- letzte Änderung am 20.03.2010