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Anglikanische Kirche:
Uneins, aber (noch) nicht gespalten

(Nach verschiedenen Berichten in Presse und Internet)

Mit etwa 77 Millionen Mitgliedern weltweit ist die anglikanische Kirche (in den USA "Episcopalkirche" genannt) die drittgrößte christliche Kirchengemeinschaft; die deutschen Alt-Katholiken (die auch unter den Mitgliedern der HuK Hannover vertreten sind) befinden sich mit ihr in einer Abendmahlsgemeinschaft. Wie bereits in früheren Themenseiten in unserer Homepage berichtet wurde, führte die Weihe des bekennenden Homosexuellen Gene Robinson zum Bischof im US-Bundesstaat New Hampshire vor fünf Jahren und die generelle Zulassung von Frauen zum Bischofsamt zu einer mit Spaltung drohenden Gegenbewegung der Schwulenhass und den minderen Rang von Frauen lehrenden sogenannten "konservativen" Bischöfe vor allem in Afrika sowie einer kleinen Minderheit ebenso denkender Gemeinden in den USA. Letztere suchen nun den Anschluss an die von Hasspredigern geleiteten Mitgliedskirchen in Afrika (oder - in Einzelfällen - in Südamerika). Das geistliche Oberhaupt der Anglikaner, der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, verfügt - anders als beispielsweise der Papst - über keinerlei Weisungsbefugnisse gegenüber den insgesamt 38 Teilkirchen. Er ist selbst eher liberal eingestellt, ist aber nun bemüht, "seine" Kirche um nahezu jeden Preis zusammenzuhalten.

(Vergleiche zu diesem Thema auch unsere Aktuell-Themenseite "Anglikaner vor der Spaltung" vom Februar 2007.)

Vor diesem Hintergrund tagte nun in England die 20-tägige Lambeth Conference; das ist die nur alle zehn Jahre stattfindende gemeinsame Bischofskonferenz aller Teilkirchen. Eigentlich wären dies rund 900 Bischöfe aus 150 Ländern; mehr als 200 konservative Bischöfe boykottierten jedoch die Beratungen - und Gene Robinson war gar nicht erst eingeladen worden.

Eine offene Kirchenspaltung konnte Rowans nun zwar abwenden, doch die Anglikanische Kirche bleibt in der Frage der Bischofsweihe Homosexueller weiter gespalten. Die Bischofsversammlung fasste nämlich keinen rechtsverbindlichen Beschluss über das weitere Vorgehen. In einem als "Überlegungen" betitelten Papier forderten die Bischöfe, Segenszeremonien für gleichgeschlechtliche Paare und die Weihe von Homosexuellen zunächst auszusetzen. (Ein entsprechendes Moratorium hatte die Episcopalkirche in den USA für ihren Bereich im September 2007 beschlossen; vergleiche dazu unsere Webseite "US-Anglikaner knicken ein".) Die Kirche brauche nun "Raum, um nachzudenken und ohne Druck zu diskutieren", sagte Rowans gegen Ende der Tagung.

Nun auch die Vermählung verschiedengeschlechtlicher Paare und die Weihe von Heterosexuellen zu Bischöfen bis auf Weiteres auszusetzen, soll allerdings niemand gefordert haben, wundert sich unser Internetredakteur.

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© HuK Hannover e.V. 12.08.2008 (i.V.) - letzte Änderung am 20.09.2008