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Der "Zug der Erinnerung"
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Thematisch im Vordergrund stand für die Initiatoren die Deportation von Kindern aus Deutschland und den besetzten Ländern Europas - per Massentransporten in Viehwaggons; deportiert, weil sie jüdische Kinder, Sinti und Roma, Kranke/Behinderte oder Kinder von Nazi-Gegnern waren. Für über 12.000 von ihnen (von insgesamt mehr als einer Million!) konnten bisher Namen festgestellt und ihr Schicksal aufgeklärt werden. (Rein statistisch gesehen müssen sich unter den > 12.000 auch mehrere hundert mit gleichgeschlechtlicher Orientierung befunden haben.) Die rollende Ausstellung soll im Prinzip dort gezeigt werden, wo für die Opfer die Deportation begann, die zumeist eine Reise in den Tod war. In Hannover ist das historisch nicht ganz richtig, denn hier gingen fast alle Transporte vom Bahnhof Fischerhof in Linden ab (Nr. 22, S. 75-76 in "Orte der Erinnerung"), nicht aber vom Hauptbahnhof. Dieser liegt allerdings verkehrsgünstiger für die Besucher der Ausstellung - auch und gerade für die mehr als 60 Schulklassen - zum Teil auch aus dem weiteren Umland -, die sich angemeldet und vorab auch im Unterricht auf das Thema vorbereitet haben. Bei ihren Besuchen - vorwiegend am Vormittag - waren pädagogische Mitarbeiter und Zeitzeugen vor Ort. Angemerkt sei noch, dass "unsere Opfer", also die (männlichen, jugendlichen oder erwachsenen) Homosexuellen, trotz vereinzelter entsprechender Darstellungen (z.B. Heger, Die Männer mit dem rosa Winkel; - vgl. auch den Film "Bent" [Großbritannien 1997, Regie Sean Mathias]) eher selten in Massentransporten in Viehwaggons ins Konzentrationslager gebracht wurden - dies widerfuhr ihnen allenfalls später bei Verlegungen von einem in ein anderes Konzentrationslager, vor allem aber zum Ende hin bei der Evakuierung von Lagern bei anrückender Front oder bei der Auflösung der Emslandlager. Ihr "üblicher" Weg ins Lager dürfte aber als "Strafgefangener" (in Handschellen) im Abteil eines Personenwagens (unter Bewachung) erfolgt sein. Noch weit über die Tage der hiesigen Präsenz der Ausstellung hinaus reichte das Begleitprogramm mit verschiedenen Vorträgen in Hannover und im Umland sowie auch der Gelegenheit zum Besuch des sonst verschlossenen jüdischen Friedhofes und der Predigt(en)halle an der Strangriede mit einer Tafelausstellung zur Geschichte der Juden in Hannover seit dem Mittelalter [und deren Autor Dr. Schulze als Gesprächspartner] (Nr. 29, S. 87-89 in "Orte der Erinnerung") - schräg gegenüber vom "Stolperstein" für Walter Ackermann.
Als örtlicher Organisator eröffnete Sebastian Wertmüller, Vorsitzender des DGB Niedersachsen-Mitte, die Ausstellung (Arbeiter und Gewerkschafter waren unter den ersten Opfern der Nazis!); weitere Reden hielten Hauke Jagau, der Regionspräsident der Region Hannover, und der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Stephan Weil. Nach dem Fototermin für die Journalisten konnten dann auch die ersten Besucher - darunter Mitglieder der HuK Hannover - die Ausstellung in den beiden Waggons ansehen. |
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© HuK Hannover e.V. 09./10.01.2008 - letzte Änderung am 17.01.2008