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In verschiedenen Staaten der Erde herrscht für Lesben und Schwule noch immer eine katastrophale Menschenrechtslage. Einer der schlimmsten Staaten unter denen, die Homosexuelle auch heute noch mit der Todesstrafe bedrohen, ist der Iran. Immer wieder einmal dringen von dort Nachrichten über die Hinrichtung meist noch Jugendlicher wegen "homosexueller Vergehen" nach draußen; internationale Proteste gegen Todesurteile verhallen wirkungslos. |
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So z.B. auch im Fall des 21-jährigen Makwan Moloudzadeh, hingerichtet am 4. 12. 2007, der im Alter von 13, also noch minderjährig, angeblich drei andere Jungs sexuell belästigt haben soll und deswegen selbst nach iranischem "Recht" nicht hätte hingerichtet werden dürfen - zumal die drei angeblichen "Opfer" ihre Aussagen zurückgezogen hatten und nun angaben, entweder gelogen zu haben oder zu ihrer Aussage gezwungen worden zu sein. Trotz Mangels an Beweisen berief sich der Richter nun eigenmächtig auf das Prinzip "Kenntnis des Richters" ("`elm-e qazi") und ließ das Urteil vollstrecken. (Nach Amnesty International) |
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Einer in Berlin lebenden lesbischen Iranerin, die auf dem Weg über die Türkei von dort geflohen war und die im Iran in Abwesenheit zum Tod durch Steinigung verurteilt worden war, drohte Ende 2007 die Zwangsrückführung in den Iran. Das zuständige deutsche Verwaltungsgericht berief sich dabei auf eine Aussage ihrer Mutter, die, von der iranischen Presse bedrängt, geäußert hatte, ihre Tochter könne unmöglich lesbisch sein, und erkannte dieser dann deswegen den Verfolgtenstatus ab! |
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In vielen Ländern Afrikas überschlagen sich populistische Politiker und religiöse Führer mit Hetzkampagnen und immer neuen Verfolgungsideen gegen Lesben und Schwule, was immer wieder zu brutalen Morden führt. Einer der profiliertesten Hetzer, der nigerianische anglikanische Erzbischof Akinola, gab in diesem Zusammenhang zu, dass es eine Art Wettlauf des Hasses zwischen rechten "Christen" und islamischen Hasspredigern gebe, weil jede Seite sich davon den größten Zustrom an Gläubigen erhoffe. Während alle diese Hetzer unisono die Legende verbreiten, Homosexualität sei "unafrikanisch" und erst durch die Kolonialherren ins Land gekommen, ist es in Wahrheit natürlich genau umgekehrt: Von Natur aus gibt es in Afrika sicherlich in etwa genauso viele Lesben und Schwule wie überall sonst auf der Welt, doch der Hass gegen sie wurde zuerst systematisch von den europäisch-christlichen wie auch den arabisch-islamischen Kolonisatoren (und Sklavenjägern!!! - also Menschen mit "besonders hoher Moral") geschürt. Im mehrheitlich christlichen Kamerun zum Beispiel ist wie in einer Reihe anderer afrikanischer Staaten eine Verschärfung der Gesetze gegen Homosexuelle geplant, wobei dort derzeit noch die Höchststrafe gegen Männer bei 5 Jahren Haft liegt. Mitte des Jahres wurden dort (nach späteren Meldungen in der deutschen schwulen Presse) unter anderem auch sechs Minderjährige im Polizeigewahrsam gefoltert, um aus ihnen die Namen anderer schwuler Jungs zu erpressen.
Als einzige Stimme von einigem Gewicht gegen all diesen Hass-Wahnsinn erhebt sich immer wieder aus Südafrika die des anglikanischen Erzbischofs und Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu, der schon seit langem für die Menschenrechte von Lesben und Schwulen streitet. In Südafrika ist die rechtliche Situation der Homosexuellen eine der besten in der Welt und auf jeden Fall die beste in ganz Afrika, insbesondere seit der Verfassungsgerichtshof des Landes ein dem deutschen in etwa vergleichbares Lebenspartnerschaftsgesetz als verfassungswidrig diskriminierendes Sondergesetz für Lesben und Schwule brandmarkte und damit die Öffnung der Ehe erzwang - vergleiche unsere damalige Aktuell-Seite!. Was jedoch das praktische, alltägliche Leben betrifft, so färbt offenbar die Hasswelle aus den nördlich angrenzenden Ländern des Kontinents ab, so dass es vielfach antihomosexuelle Gewalt in Südafrika gibt. Insbesondere trifft dies Lesben, die der "schwarzen Community" angehören: Mehrere Frauenpaare wurden dort äußerst grausam und brutal ermordet, ja regelrecht abgeschlachtet - mutmaßlich von heterosexuellen schwarzen Macho-Männern, die es einfach nicht hinzunehmen gewillt sind, dass es (in ihren Augen attraktive) Frauen gibt, die sich dem männlichen Geschlecht als Sexobjekte verweigern. |
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In China mangelt es breiteren Bevölkerungskreisen noch immer an Toleranz - und erst recht Akzeptanz - gegenüber der homosexuellen Minderheit und ähnlich wie in Afrika halten viele Menschen Homosexualität an sich für einen ausländischen, in diesem Falle westlichen Import. Dabei gab es im alten China mehrere schwule Kaiser (ebenso wie im alten Rom), von denen einer sogar - das ist historisch belegt! - zu Gunsten seines Liebhabers die Kaiserwürde niederlegte. "Schwule" Kunstwerke sind aus so gut wie allen Epochen des Landes überliefert, doch sind sie in der Regel in den Archivräumen der Museen weggeschlossen. (Während der großen Berliner schwulenhistorischen Ausstellung 1997 waren einige davon auf Dias im Rahmen des Vortrages eines aus Peking angereisten Historikers zu sehen.) Gleichgeschlechtliche Liebe wurde als "Rowdytum" strafrechtlich verfolgt und bis 2001 galt Homosexualität noch als psychische Krankheit. Wie andere sozialistische Regierungen auch hat die der chinesischen Kommunisten ebenfalls nie viel Verständnis für Lesben und Schwule aufgebracht, ist aber inzwischen (zumindest in der Mehrheit) anscheinend dem Volk ein Stück voraus - und sei es auch nur aus ganz pragmatischen Gründen: Denn im Hinblick auf das
Und es gibt auch erste Homogruppen mit eigenen Büroräumen im Lande. In dem in der Großstadt Dalian (am Gelben Meer, westlich von Korea) sitzt bisweilen der 60jährige Sun Dehua - so etwas wie die männliche Sigrid Pusch von China. Der Taxifahrer wollte eigentlich vor ein paar Jahren seinen einzigen Sohn in dessen Bar mitsamt dessen Gästen in die Luft sprengen, nachdem er erfahren hatte, dass sein Sohn schwul und dessen Bar ein Schwulenlokal war. Er hatte auch schon Dynamit und Benzin dafür besorgt, brachte es dann aber doch nicht über sich, zog sich zurück und las erst einmal ein paar Bücher zum Thema. Es müssen da schon ganz brauchbare existiert haben (statt feindseliger Propaganda-Pamphlete), denn er ging darauf hin auf seinen Sohn zu und begann, Vorträge für die Eltern schwuler Söhne zu halten und richtete ein china-weites "Sorgentelefon" ein. Nur seine Frau tat sich noch lange schwer damit und versuchte noch ein paar Jahre lang, ihren Sohn mit einer Frau zu verkuppeln. Der lebte 2007 schon im zehnten Jahr mit seinem Lebenspartner zusammen. |
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In Lateinamerika macht Brasilien in letzter Zeit große Fortschritte in Bezug auf Lesben- und Schwulenrechte. Mit wachsenden Rechten halten aber auch die Kirchen dort mit Protesten dagegen, wobei die evangelikal ausgerichtete evangelische Kirche inzwischen mehr Zulauf hat und mehr Menschen auf die Beine bringt als die traditionell ehemals vorherrschende katholische - das galt sogar im Vergleich beim Papstbesuch. Noch größer als die kirchlichen Großveranstaltungen fiel aber der Gay Pride 2007 in São Paulo aus - mit 3,5 Millionen TeilnehmerInnen die bislang größte Lesben- und Schwulenparade der Welt. Er durfte dabei sogar die Prachtstraße Avenida Paulista nutzen, was dem "Marsch für Jesus" der Evangelikalen verwehrt wurde. Andererseits gibt es nach wie vor in Brasilien homophobe Gewalt, besonders unter Schwarzen in den Slums, aber auch sogar am Rande der Parade, wo u.a. ein französischer Tourist erstochen wurde.
Als letztes lateinamerikanisches Land hat Nicaragua im November 2007 die Strafbarkeit einvernehmlicher männlicher Homosexualität abgeschafft; im März 2008 wird das reformierte Strafrecht dann in Kraft treten. Internationale Kritik gibt es jetzt nur noch gegenüber dem sehr restriktiven Abtreibungsrecht des Landes, das selbst bei medizinischer Indikation (zum Schutz des Lebens der Mutter) den Eingriff unter schwere Strafe stellt. |
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In den USA erschoss im Dezember 2007 ein 24jähriger vier Menschen an der "New Life Church" in Colorado, einer jener Kirchengemeinden, die Hass gegen Homosexuelle säen. Er selbst wurde nach seinen Schüssen in die Menge von einer Sicherheitsbeamtin erschossen. Wie später bekannt wurde, war er wohl bisexuell und wurde durch den psychischen Druck seines christlich-fundamentalistischen Umfeldes in eine jener umstrittenen "Umpolungs-" oder "Homo-Heilungs"-Therapien gezwungen. Daraufhin entstand eine Diskussion, ob die von den Homo-Hassern ausgeübte psychische Gewalt nunmehr zunehmend auf diese selbst zurückschlagen könnte.
Viel Diskussionsstoff dürfte auch die von Evangelikalen selbst in Auftrag gegebene Umfrage unter amerikanischen Jugendlichen erbracht haben, die ergab, dass die penetranten Homo-Hass-Kampagnen auf die nicht kirchlich gebundenen Jugendlichen in den USA zunehmend abschreckend wirken und das Ansehen der Christen bei ihnen eher ins Negative wenden. Denn wer selbst aus Familie, Nachbarschaft oder Schule Lesben und Schwule persönlich kennt, kann das hasserfüllte Zerrbild, das die christlichen Fundamentalisten verbreiten, nicht nachvollziehen. |
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© 2007-8 HuK Hannover e.V. - letzte Änderung am 14.12.2008