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Vatikan und Iran gemeinsam
gegen Lesben und Schwule

(Forum der Bundes-HuK vom 18. Mai 2006,
LSVD-Pressedienst vom 17.05.2006)

[forum] [Iran und Vatikan gemeinsam gegen den LSVD]

Auf die erstaunliche - oder doch nicht so erstaunliche - Zusammenarbeit von Vatikan und islamischen oder sonstigen nicht-christlichen Staaten, wenn es auf internationaler Ebene um Lesben und Schwule geht, wurde schon des öfteren hingewiesen. Die nachfolgende Pressemitteilung des LSVD benennt einen konkreten Vorfall, der vor kurzem aufgetreten ist: Der Antrag des LSVD auf Zulassung als bei der UNO registrierte Nicht-Regierungs-Organisation (von denen es bisher schon ca. 2700 gibt) wurde abgelehnt.

Gerade im Hinblick auf mögliche Amtskirchen-Argumente beim Katholikentag "Wir sind zwar aus religiösen Gründen gegen praktizierte Homosexualität, diskriminieren aber Lesben und Schwule keineswegs" ein interessantes Dokument.

[LSVD Pressedienst - Renate H. Rampf]
[17. Mai 2006 - Iran und Vatikan gemeinsam gegen den LSVD:
UN Komitee weist Antrag auf Beraterstatus zurück]

Der Antrag des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) auf Akkreditierung als Nichtregierungsorganisation mit offiziellem Beraterstatus ist gestern von dem für Nichtregierungsorganisationen zuständigen Ausschuss des Wirtschafts- und Sozialausschusses der UN (ECOSOC) abgelehnt worden.

Dazu erklärt Philipp Braun, Sprecher des LSVD:
Der LSVD bewirbt sich seit Ende letzten Jahres um eine Akkreditierung als beratende Nichtregierungsorganisation (NGO). Die Entscheidung des Ausschusses ist außerordentlich enttäuschend. Derzeit hat die UN etwa 2700 Organisationen offiziell anerkannt. Keine dieser NGO vertritt die Belange von Homosexuellen. Obwohl die UN offiziell auf Pluralität und Offenheit setzt, werden Lesben und Schwule systematisch ausgegrenzt. Trotz der massiven Unterstützung der deutschen Delegation konnte im zuständigen Ausschuss bisher keine Mehrheit für die Akkreditierung einer lesbisch-schwulen Organisation gefunden werden. Die Zurückweisung des LSVD-Antrages ist auf Bestreben des Irans von weiteren acht Staaten (Kamerun, China, Elfenbeinküste, Pakistan, der russischen Föderation, Senegal und Sudan) unterstützt worden. Dabei hat die offizielle Vertreterin des Irans den Organisationen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern pauschal eine Nähe zur Pädophilie (*) unterstellt. Diese Diffamierung weisen wir auf das Schärfste zurück.

Besonders empörend ist die Stellungnahme des Vatikanischen Vertreters. Dieser hatte erklärt, die Forderungen von Lesben- und Schwulenorganisationen hätten nichts mit Menschenrechten zu tun. Das Merkmal der sexuellen Orientierung sei nicht vergleichbar mit Merkmalen wie ethnischer Herkunft [und der LSVD fordere nicht gleiche Rechte, sondern Sonderrechte (für Homosexuelle) - Ergänzung B.K.]. Wir werden gegen diese Entscheidung vorgehen. Einen Erfolg können wir dennoch verbuchen, denn diesmal haben die USA und Kolumbien für die Akkreditierung einer schwul-lesbischen Organisation gestimmt.

Pressemitteilung der UNO: http://www.un.org/News/Press/docs//2006/ecosoc6202.doc.htm

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LSVD Pressestelle
Pressesprecherin
Renate H. Rampf
Postfach 30 21 34
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Tel.: 030 - 78954778
Fax: 030 - 78954779
E-mail: Presse@lsvd.de
http://www.lsvd.de

                     

Zum Vorgehen des Iran gegen Schwule und Lesben
und dessen bisherige Unterstützung durch die USA vgl.
"US-Präsident Bush im engen Schulterschluss
mit Irans Ahmadinedschad
"

(*) Wobei hier mit "Pädophilie" dann auch sicherlich nicht Pädophilie im eigentlichen Sinne,
sondern Kindesmissbrauch gemeint ist. - Der Internetredakteur

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