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In Memoriam: Lilly Wust †

[Nach verschiedenen Quellen]

Lilly Wust
Lilly Wust †

Berlin 1943/44: Elisabeth ("Lilly") Wust ist Ende Zwanzig, mit einem an der Front kämpfenden Wehrmachtssoldaten verheiratet, als "arische" Mutter von vier Kindern Mutterkreuzträgerin und eine NSDAP-Mitläuferin. Als sie Felice Schragenheim kennenlernt, begegnet sie ihr anfangs mit Skepsis, verliebt sich dann aber in sie. Daran ändert sich dann auch nichts mehr, als Felice sich ihr als Jüdin offenbart, die zudem in einer Widerstandsgruppe aktiv ist und im Untergrund lebt. Lilly versteckt Felice in ihrer Wohnung in Wilmersdorf. Die Frauen werden ein Paar und nennen sich zärtlich "Aimée" und "Jaguar".

1944 wird Felice in Lillys Wohnung verhaftet und nach Theresienstadt, später ins Konzentrationslager Groß-Rosen deportiert. Sie stirbt wahrscheinlich auf einem Todesmarsch. Lilly versteckt bis Kriegsende noch weitere Jüdinnen. Im Alter wird sie dafür mit der israelischen Auszeichnung "Gerechte unter den Völkern" geehrt. (Allerdings wurde auch gelegentlich Kritik an ihrem anfänglichen Nazi-Mitläufertum geäußert.) Ihre Geschichte findet zunächst in Romanform literarischen Niederschlag und wird 1999 unter dem Titel "Aimée & Jaguar" verfilmt (Regie Max Färberböck mit Maria Schrader als Felice und Juliane Köhler als Lilly).

Laut "Siegessäule" (Berliner Lesben- und Schwulenmagazin) vom Mai 2006 ist Elisabeth Wust am 31.3. mit 92 Jahren in Berlin gestorben: "Zwei Koffer mit Tagebüchern und anderen Erinnerungsstücken gehen ans Jüdische Museum."

Film-Titelblatt `Aimée & Jaguar´
Film-Titelblatt `Aimée & Jaguar´



© 2006 HuK Hannover e.V. - letzte Änderung am 28.05.2006