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Die Schweiz hat einen offen schwulen Präsidenten

(Verändert nach CSD-Magazin 2006 / Nachdruck in
HuK-Info Nr. 161, Juli-September 2006, S. 51-52)

Claude Janiak, geb. 1948 in Basel, ist seit 1971 Mitglied der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz und seit 1999 Mitglied des Nationalrates. Am 28. November 2005 wurde er mit dem Glanzresultat von 154 von 167 Stimmen für ein Jahr zum Nationalratspräsidenten gewählt. Er lebt offen schwul und besitzt sowohl die schweizerische als auch die polnische Staatsbürgerschaft (dadurch ist er nun gewissermaßen und kurioserweise "der höchstrangige offen schwule polnische Politiker"). Von der Redewendung "bekennend schwul" - so wurde er in der Presse bezeichnet - hält er jedoch gar nichts: "Es gibt nichts zu bekennen" meinte er ganz richtig im Interview mit Jörg Litwinschuh.

Der Rechtsanwalt ist seit seiner Jugend in der Politik aktiv und geprägt durch die sogenannten 68er-Jahre. Er gehörte jedoch zu denen, die pragmatische Wege beschritten und mit Ideologie wenig anzufangen wussten. Der deutsche SPD-Kanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt war sein Vorbild.

Der smarte, eher zurückhaltende Politiker treibt ausgiebig Sport, reist gerne und viel in die Länder Südeuropas und schätzt die Küche Südamerikas. Er engagiert sich für Menschen mit HIV und AIDS und wirbt für Präventionsmaßnahmen.

Claude Janiak

Der "höchste Schweizer" trat aus der Kirche aus, weil die Schweizerische Bischofskonferenz bei der registrierten Partnerschaft von Homosexuellen die katholischen Parlamentarier anhielt, mit einem Nein zu votieren.


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© HuK Hannover e.V. - letzte Änderung am 19.09.2006