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Mit deutlicher Mehrheit - und auch mit Stimmen aus dem Oppositionslager - beschloss das spanische Parlament die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule (incl. Adoptionsrecht). Nach der Abstimmung gab es stehenden Applaus für das Parlament auf der Zuschauertribüne. Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero (PSOE [=Sozialistische Partei]) sagte, Spanien sei zwar nicht das erste Land, das die Homo-Ehe einführe, "aber wir werden auch nicht die letzten sein und viele andere Länder werden folgen, angestoßen von zwei unaufhaltsamen Kräften, der Freiheit und der Gleichheit." Die Homosexuellen seien zwar nur eine Minderheit, "aber ihr Triumph ist der Triumph aller, ihr Sieg macht uns alle zu besseren Menschen". - |
Zur heutigen Entscheidung des spanischen Parlaments, die Ehe für schwule und lesbische Paare zu öffnen, erklärt Manfred Bruns, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):
Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) gratuliert zum Beschluss des spanischen Parlaments, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.
Das ist eine historische Entscheidung für die Bürgerrechte. Nach den Niederlanden und Belgien ist Spanien damit das dritte Land, in dem die Bürgerrechte von Lesben und Schwulen voll verwirklicht werden. In Kanada steht dieser Schritt kurz bevor.
Der spanische Kongress hat die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule heute mit einer deutlichen Mehrheit von 187 zu 147 Stimmen beschlossen. Er überstimmte den spanischen Senat, der das Gesetz am 22. Juni mit knapper Mehrheit abgelehnt hatte. Das Gesetz soll in wenigen Tagen in Kraft treten - schwule und lesbische Paare können dann endlich heiraten.
Die Entscheidung des spanischen Parlaments ist ein wichtiger Erfolg für die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen. Sie wird große Ausstrahlungskraft haben, nicht zuletzt auf viele lateinamerikanische Länder, in denen Lesben und Schwule teilweise noch verfolgt werden. Die Entscheidung ist auch eine klare Absage an die Einmischung des Vatikans und dessen hasserfüllte Politik gegen Lesben und Schwule. Insbesondere der neue Papst Benedikt XVI. hetzt seit Jahren gegen die rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen als einer "Legalisierung des Bösen".
Der LSVD fordert Bundestag und Bundesrat auf, dem Beispiel Spaniens zu folgen und volle Gleichstellung zu schaffen. Die Eingetragene Lebenspartnerschaft hat große Fortschritte gebracht, aber noch keine Gleichberechtigung. Während gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften im Sozialrecht voll in die Pflicht genommen werden, behandelt man sie im Steuerrecht wie Fremde. Auch das volle Adoptionsrecht wird ihnen bis heute verweigert. All das ist unsinnig und ungerecht!
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Folgen in der Praxis: Laut T-Online News soll z.B. die Stadtverwaltung von Barcelona die Anzahl möglicher Heiratstermine bereits drastisch heraufgesetzt haben, weil dort ein Ansturm gleichgeschlechtlicher Paare erwartet wird.
© 2005 HuK Hannover e.V. - letzte Änderung am 01.07.2005