Der Schweizer Bundesrat hatte im Herbst letzten Jahres das Partnerschaftsgesetz vorabschiedet. Unmittelbar danach kam vor allem von katholischer und evangelikaler Seite starker Widerstand. Mit 50.000 Unterschriften kann in der Schweiz ein Referendum erzwungen werden. Die Gegner brachten es in recht kurzer Zeit auf 68.000, somit musste das Gesetz vor das Volk. Vor drei Wochen gab es im Schweizer Fernsehen einen heftigen Schlagabtausch zum Thema. Die Argumente waren die gleichen wie bei uns: angebliche Schwächung der Familie, angepeilte Adoptionsrechte für homosexuelle Paare usw. usw. Die Gegner wirkten nervös, unsachlich, gereizt. Einer widersprach dem Präsidenten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (der das Gesetz uneingeschränkt zur Annahme empfohlen hatte) und meinte, es sei ein Irrtum, dass das Christentum ausschließlich eine Religion der Liebe sei. Derselbe Mann argumentierte auch, dass Gott der Einsamkeit des Adam nur dadurch ein Ende machen konnte, dass er ihm die Eva als Ergänzung geschaffen habe. Folglich könne ein Mann nicht mit einem andern Mann glücklich werden!!!
Heute nun (05. Juni 2005) hat das Schweizer Volk das Gesetz mit ca. 58 gegen 42 Prozent gut geheißen.
Ergänzung im Januar 2007: Fast eineinhalb Jahre nach diesem Beschluss trat das Gesetz in Kraft, so dass sich seit dem 01.01.2007 Lesben und Schwule in der Schweiz auf dem Standesamt das Ja-Wort geben können. Lies / Lesen Sie dazu bitte Näheres in unserem Aktuell-Artikel von 2007!
© 2005 HuK Hannover e.V. 07.06.2005 - Änderungen am 12.01.2007 und 05.03.2007