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Unsere Kinder mittendrin, nicht außen vor

Eltern homosexueller Kinder schaffen sich einen breiten Blickwinkel



Rechts: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit
mit der BEFAH-Vorsitzenden Sigrid Pusch

Berlin 08.-10.04.2005. Das Bundeselterntreffen des Bundesverbandes der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen e. V. (BEFAH) ging am vergangenen Sonntag mit äußerst positiven Erkenntnissen und Ergebnissen in Berlin zu Ende. Die knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland diskutierten während der drei Tage des Treffens über ihre eigenen Erlebnisse und Erfahrungen und sprachen über die Wahrnehmung ihrer homosexuellen Kinder, Geschwister und Freunde in Gesellschaft und Öffentlichkeit.

"Eltern und Kinder sprechen wieder miteinander", zieht Sigrid Pusch, erste Vorsitzende des BEFAH, ein Fazit. "Wir haben einen breiteren Blickwinkel geschaffen, durch den sich Eltern und Kinder wieder einander nähern und die Welt farbenfroher wahrnehmen können." Private, sehr individuelle Schilderungen wechselten sich mit Berichten aus der wissenschaftlichen Forschung ab und wurden durch viele Praxisbeispiele aus der täglichen Arbeit ergänzt. Zwischen den Vorträgen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit sich auszutauschen und ihre eigenen Erfahrungen mit denen von Eltern, Freunden und Angehörigen aus anderen Teilen Deutschlands zu besprechen. Die Vielseitigkeit der Referenten und Teilnehmer wurde gelobt, denn so waren angeregte Gespräche möglich, die den Eltern Kraft und Elan geben, weiter für ihre homosexuellen Kinder einzustehen. "Wenn Kinder und Eltern wieder vermehrt zueinander finden", meint Sigrid Pusch, "dann haben wir mit diesem Bundeselterntreffen sehr viel erreicht."

Die hohe Qualität der Vorträge zog neben den Eltern auch viele ihrer Kinder an, die gemeinsam über ihr Leben, ihr Coming-Out und das Umgehen damit in der Familie, in der Nachbarschaft sowie Kollegen und Freunden gegenüber sprachen. Knapp 20 Teilnehmer waren zum ersten Mal bei einem Bundeselterntreffen, das von einem harmonischen und vertrauensvollen Umgang miteinander geprägt war. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, der die Tagung eröffnete, ebnete den Weg für die zentrale Botschaft des Bundeselterntreffens. Die Arbeit des BEFAH zeige sich in ganz besonderem Maße darin, andere Eltern zu ermutigen, ihren Blickwinkel zu weiten und das Mehr zu erkennen, das ihnen geboten werde. Diese Vielfalt, die sich Eltern durch das Kennen lernen ihrer homosexuellen Kinder und deren Partner eröffne, gebe es nicht nur in Metropolen wie Berlin, sondern auch in ländlichen Regionen.

Seit mehreren Jahren schon stellt sich der BEFAH der Aufgabe, Akzeptanz und Toleranz für die Familien homosexueller Kinder auf allen Ebenen einzufordern, und wird sie jetzt vermehrt um den Aspekt der Geschwister erweitern. Denn diese werden leider allzu oft vergessen. Sie müssen sich des Coming-Outs der Schwester oder des Bruders jedoch genau so annehmen wie die Eltern. Hierzu wird der BEFAH nun Hilfestellungen erarbeiten und in den Regionalgruppen anbieten.

Aus dem Programm:

Freitag, 08.04.2005
Begrüßung. Eröffnung und Grußworte
(Sigrid Pusch, Bundesvorsitzende BEFAH e. V.,
Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister Berlin u.a.)

Gesprächskreise (GK)
GK1 Homosexualität = Normalität im Jahr 2005?
Dr. Tino Wehner, Dozent, Goethe-Universität Frankfurt/Main

GK 2 Warum müssen die denn so schrill sein?
Judith Eisert, DipI.-Sozialarbeiterin, Anyway Köln

GK 3 Was habe ich falsch gemacht?
Angelika Mayer-Rutz, Psychologische Beraterin, Bad Mergentheim

Samstag, 09.04.2005
Plenarvorträge
"Es ist die müßige Frau, die dieser verderblichen Praxis verfallen ist"
Prof. Dr. Melanie Steffens, Psychologin, Universität Jena

"Unsere Kinder mittendrin, nicht außen vor" -
Homosexualität als gleichwertige, gesunde Variante zur Heterosexualität
Prof. Dr. Udo Rauchfleisch, Psychologe, Universität Basel

"Meine Tochter lesbisch. mein Sohn schwul - So wird das wohl nichts mit den Enkelkindern"
Dr. Elke Jansen, Projekt Regenbogenfamilien, LSVD Köln

Anerkennung homosexueller Lebensweisen in Europa
Philipp Braun, LSVD Vorstand und ILGA, Bonn

Berichte aus der Arbeit des BEFAH und über EUROflag

Abendveranstaltung/Kulturprogramm
Ein Abend mit Carolina Brauckmann, Köln,
Rosa Courage-Preis 2003 ("Schwein gehabt")

Sonntag, 10.04.2005
Parallele Referate (R 1 und R 2)
R 1 "Das Lied der Liebe kennt viele Melodien" - Kirche und Homosexualität
Peter Bürger, kath. Theologe, Krankenpfleger und Publizist, Düsseldorf

R 2 "...und das ist wirklich gut so?" -
Wem erzähle ich von der Homosexualität meines Kindes?
Gibt es eine optimale Strategie?
Frank Meier, Dipl.-Pädagoge, Osnabrück

Zusammenfassung und Verabschiedung der Teilnehmer und Referenten

Informationen zu den Tagungen der Jahre 2001 und 2003:

Der Tagungsbericht 2005 ist
soeben erschienen:

Titelseite Tagungsbericht 2005

Kontakt: [ Link zur BEFAH-Homepage ]


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© 2005 BEFAH e.V. & HuK Hannover e.V. - letzte Änderung am 12.06.2005