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UN-Initiative für Schwule und Lesben gescheitert

UN-Initiative für Schwule scheitert
(taz Nr. 7331 vom 10.4.2004, Seite 10, Agentur-Meldung)

GENF (epd) - Auf Druck der US-Regierung und islamischer Staaten hat Brasilien eine Initiative zur Gleichstellung Homosexueller bei der UN-Menschenrechtskommission gestoppt. Zudem habe der Vatikan gegen die Verabschiedung einer Schwulen-und-Lesben-Resolution in dem höchsten UN-Menschenrechtsgremium gekämpft, bestätigten Diplomaten. Offiziell teilte die brasilianische UN-Botschaft in Genf mit: "Wir haben bisher keinen Konsens in der Kommission über die Frage der Nichtdiskriminierung und der sexuellen Orientierung gefunden." Das Thema solle 2005 wieder auf die Tagesordnung kommen. Diplomaten bestätigten, dass die USA "massiven Druck" auf Brasilien ausgeübt hätten. Die Regierung von George Bush wolle im Wahlkampf die Unterstützung fundamentalistischer Christen behalten, die gegen Konzessionen an Homosexuelle seien, hieß es. Weiter hieß es, die islamischen Staaten in der Kommission wie Saudi-Arabien und Pakistan seien grundsätzlich dagegen, das Thema Homosexualität überhaupt zu behandeln.



UN-Resolution zu Sexueller Orientierung auf 2005 vertagt

(Genf, 15. April 2004, ILGA-Bericht)

Heute morgen hat die UNO Menschenrechtskommission im Konsensus entschieden, die brasilianische Resolution zu "Sexuelle Orientierung und Menschenrechte" auf ihre nächste Sitzung im Jahr 2005 zu vertagen. Weder eine Abstimmung noch Debatte dazu ergab sich. Der MRK-Vorsitzende Botschafter Smith stellte fest, dass es keinen Widerspruch oder Opposition zu dem Ersuchen Brasiliens vom 31. März gab, die Beratung des Resolutionsentwurfs zu vertagen.

Zu einem früheren Zeitpunkt gab es große Sorge, dass die Resolution niedergestimmt bzw. ganz von der UNO-Agenda genommen werden könnte.

Zu ersten Mal war bei der UNO eine große Koalition von LSBT-Aktivisten aus der ganzen Welt, die viele Organisationen aus so vielfältigen Ländern wie Fidschi, Sri Lanka, Brasilien, Argentinien, Mexiko, Sierra Leone, Chile, Indien und Nepal vertreten, in Genf präsent.

Diese Vertagung gibt LSBT-Aktivisten ein weiteres Jahr, um sich umfassend vorzubereiten und die gewaltigen Kräfte zu bekämpfen, die sich gegen die Resolution stellen. Die Petition von ILGA, noch mehr als zu vor, kann dabei ein äußerst nützliches Instrument sein.

Philipp Braun
Bundesvorstandsmitglied, Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD),
Vorstandsmitglied, ILGA-Europe (Europäische Region der ILGA)


Die Internationale Lesben- & Schwulen-Organisation ILGA bringt mehr als 400 Organisationen aus 90 Staaten der ganzen Welt zusammen und ist die einzige weltweite Koalition von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern, die für gleiche Rechte für alle Menschen kämpfen. Die ununterbrochene Forderung seit der Gründung im Jahre 1978 lautet: "LesBiSchwulen-Rechte sind Menschenrechte".

[ Link zur ILGA, www.ilga.org ]

[ Link zur Infoseite zum aktuellen Stand, www.brazilianresolution.com ]


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© 2004 HuK Hannover e.V. - letzte Änderung am 28.11.2004