Partnerschaft -
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Das Gemeinwohl ist in Gefahr — so meinen jedenfalls die katholischen Glaubenshüter in Rom. Ein neues Dokument des Vatikans greift in scharfer Form homosexuelle Lebensgemeinschaften an. Katholische Politiker werden in besonderer Weise aufgefordert, sich gegen die Legalisierung solcher Lebensgemeinschaften zu stellen.
Schauen wir genauer hin: Es werden alte, längst überholt geglaubte Argumente aufgewärmt und mit schwammigen Formulierungen Stimmungen erzeugt: Homosexuelle Beziehungen verstießen gegen das natürliche Sittengesetz und gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften seien für eine gesunde Entwicklung der menschlichen Gesellschaft schädlich. Als sei das Sittengesetz eine feststehende Größe. Gut, dass es dem gesellschaftlichen Wandel unterliegt. Sonst würden heute noch uneheliche Kinder als "Bastarde" gebrandmarkt.
Die von Kardinal Ratzinger geleitete Glaubenskongregation ist besorgt um die Institution Ehe. Die Herren im Vatikan trauen der Ehe offenbar wenig zu, wenn sie sie durch andere Lebensgemeinschaften so schnell gefährdet sehen.
Eine Ehe ist ebenso wie gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften auf Liebe, Partnerschaft und Verantwortung füreinander angelegt. Durch den rechtlichen Rahmen wird die Bindungsfähigkeit bestärkt und eine Beziehung auf Dauer gestützt.
Klaus Mann schrieb 1934: "Man begreife doch endlich, es ist eine Liebe wie eine andere auch, nicht besser, nicht schlechter; mit ebenso vielen Möglichkeiten zum Großartigen, zum Rührenden, Melancholischen, Grotesken, Schönen oder Trivialen wie die Liebe zwischen Mann und Frau." Ob das die katholischen Sittenwächter im Vatikan eines Tages auch begreifen werden? Eine christliche Haltung bedeutet für mich, Respekt vor dem So-sein des anderen zu zeigen und die in Verantwortung gelebte Liebe zu bestärken. So können verlässliche Bindungen möglich werden.
© 2004 HuK Hannover e.V. - letzte Änderung am 26.02.2004