Unsere Jubiläen

30 Jahre HuK Hannover - Seite aus dem HuK-Info der "Bundes-HuK"

(Mit einem Text von Folko Habbe)

(HuK-Info Nr. 169, Juli - September 2008, S. 21)


30 Jahre HuK Hannover
von Folko Habbe, Hannover


Am 9. Mai 2008 feierte die Regionalgruppe Hannover ihr 30-jähriges Bestehen. Seit drei Jahrzehnten setzt sich die HuK für die Belange gleichgeschlechtlich geprägter Menschen innerhalb der Kirchen und der Gesellschaft ein.

Prägend für die HuK in Hannover war die Auseinandersetzung mit der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers um die Pastoren Klaus Brinker und Hans-Jürgen Meyer. Klaus Brinker ist vor fünf Jahren verstorben und erlebte seine Rehabilitation nicht mehr. Erst in der Trauerpredigt von Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann wurde sein Einsatz, auch als Synodaler, gewürdigt. Für Hans-Jürgen Meyer dagegen endete nach 21 Jahren der Wartestand. Er wurde wieder mit einem Pfarramt betraut. Die Landeskirche hat damit einen Schlussstrich unter diese Jahrzehnte dauernden Auseinandersetzungen gezogen. Bei einem Gespräch mit einem ranghohen Kirchenjuristen wurde mir gesagt, ich zitiere: "Wir haben dabei sehr viel dazugelernt." Ich halte das für einen großen Erfolg unserer Arbeit.

Ähnliches geschah nach einer Unterrichtseinheit mit Diskussion zum Thema Homosexualität, die der Unterzeichner in einer 10. Klasse einer "Gesamtschule mit Gymnasialzweig" (ein Lehrer, 35 Schüler) durchführte. Dies als ein Beispiel dafür, dass wir nicht nur im kirchlichen Bereich tätig sind.

Höhepunkt des Jubiläums war der Gottesdienst in der Kreuzkirche zu Hannover. Er war sehr gut besucht und beileibe nicht nur von HuKlern, sondern auch von Menschen, die die Arbeit der HuK Hannover für weiter erforderlich halten. Die Predigt in diesem Gottesdienst hielt der Geistliche Vizepräsident im Landeskirchenamt der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Arend de Vries. Sie stand unter dem Motto des Psalmwortes aus Psalm 27:

Der Herr ist mein Licht und mein Heil
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebens Kraft
Vor wem sollte mir grauen?

Ich hielt sie aus Sicht der Landeskirche für bemerkenswert. Die musikalische Gestaltung dieses Gottesdienstes hatte der Bachchor Hannover übernommen. Im Anschluss an den Gottesdienst gab es noch einige Grußworte, nicht nur von befreundeten Gruppen der HuK, sondern auch von der Politik und den Kirchen. Es war in summa ein gelungenes Ereignis.

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(Im Zwischenraum zwischen beiden Texten:)

"Für die Menschen, die den Weg zu Dir nicht sehen -
weil die Kirche ihn ihnen verdunkelt."

[Fürbittgebetskarte vom Regenbogen-Gottesdienst der christlichen Initiativen, Frankfurt am Main, 18. Juli 2008]

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Vizepräsident würdigt Verein "Homosexuelle und Kirche" -
Eine Nachricht aus der HuK Hannover

HANNOVER. Der Geistliche Vizepräsident des evangelischen Landeskirchenamtes in Hannover, Arend de Vries, nannte die 30 Jahre "eine Zeit des gemeinsamen Ringens um Wahrheiten, um Gemeinschaft, um gemeinsame Wege und immer wieder auch um Auswege". Dabei habe es auch Enttäuschungen und Verletzungen gegeben, sagte de Vries in seiner Predigt in der hannoverschen Kreuzkirche.

Die Geschichte der Gesellschaft und der Kirche mit Schwulen und Lesben sei spannungsvoll bis in die Gegenwart. Bei vielen "Umwegen und wohl auch Irrwegen" sei sie in der Kirche heute ein gemeinsamer Suchweg. Geschwisterlichkeit und Freundschaft, aber auch der Glaube, dass Gott sich nicht vereinnahmen lasse, hätten Menschen unterschiedlicher Überzeugung zusammengehalten: "Und es hat lange gedauert, bis manche krummen Wege dann doch noch eben und gerade wurden."

De Vries begrüßte die Aussage des HuK-Vorsitzenden Pastor Hans-Jürgen Meyer, dass in der hannoverschen Landeskirche nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen um die Homosexualität inzwischen Versöhnung statt Konfrontation angesagt sei. "Heute muss sich niemand vor der Kirchenleitung in Acht nehmen oder gar verstecken", sagte der Vizepräsident. Bei Pastorinnen und Pastoren gehe es um Einzelfallregelungen, die vorab mit der Kirchenleitung besprochen würden.

Dennoch blieben Grenzen, ergänzte de Vries: "Nach dem Pfarrerdienstrecht ist das gemeinsame Leben im Pfarrhaus nach wie vor ausgeschlossen." Ausnahmen habe es bislang nicht gegeben. Der hannoversche Verein "Homosexuelle und Kirche" ist nach eigenen Angaben mit mehr als 80 Mitgliedern und rund 120 Freunden und Sponsoren die größte HuK-Regionalgruppe in Deutschland.


[* Zu der Aussage "Nach dem Pfarrerdienstrecht ist das gemeinsame Leben im Pfarrhaus nach wie vor ausgeschlossen. - Ausnahmen habe es bislang nicht gegeben.": Hier befand sich Herr de Vries wohl im Irrtum; es gibt nach Kenntnis der HuK Hannover entsprechende Fälle im Raum Göttingen und im Raum Hannover.]


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© "Bundes-HuK" & HuK Hannover e.V. 15.10.2008