Kirchentag Hannover 2005

Klaus Fuchs eröffnet den Konvent und stellt das neue Faltblatt der niedersächsischen Konvente vor. (1)

(Die Bilder können teilweise durch Anklicken vergrößert gesehen werden.)

Freitag, ab 19:00 Uhr

"Zwischen Promiskuität und Zwangszölibat" -
Lebenspartnerschaftsgesetz und Pfarrdienstrecht

Konvent der schwul-lesbischen Pfarrkonvente
Auf dem Podium: Wolfgang Schürger
Moderation: Klaus Fuchs

Klaus Fuchs eröffnet den Konvent und stellt das neue Faltblatt der niedersächsischen Konvente vor. (2)

Mit 90 Personen war der Raum überfüllt (einzelne saßen auf dem Fußboden oder standen in der offenen Tür), als Klaus Fuchs (links, mit HuK-Vorstand Thomas Beckmann) den Konvent eröffnete und das neue Faltblatt der niedersächsischen Konvente vorstellte. Gleichfalls verteilt wurde eine von C. Lohse aus Hannover erstellte Übersicht über die Konventsarbeit in einigen Landeskirchen.

Wolfgang Schürger spricht zum Thema
"Zwischen Promiskuität und Zwangszölibat -
Lebenspartnerschaftsgesetz und Pfarrdienstrecht"

Wolfgang Schürger setzte den provokanten Titel "Zwischen Promiskuität und Zwangszölibat" über die - nach dem Kirchentagsprogramm - offizielle Überschrift der hier dokumentierten Veranstaltung, nämlich "Präzedenzfall im Pfarrhaus? - Lebenspartnerschaftsgesetz und Pfarrdienstrecht". Aber dieser provokantere Titel bezeichnet letztlich ja genau und treffend die Alternative, vor die lesbische Pfarrerinnen und schwule Pfarrer gestellt werden, wenn ihnen ihre Kirche das Eingehen einer ihnen gemäßen Partnerschaft verweigert. So standen dann eben die Frage "Wie können schwule Pfarrer und lesbische Pfarrerinnen mit ihren Partnern bzw. Partnerinnen zusammenleben?" und die von den verschiedenen Landeskirchen dazu gegebenen Antworten im Vordergrund.

Dazu erläuterte Wolfgang Schürger in seinem Einführungsreferat die aktuelle (kirchenpolitische wie auch kirchenrechtliche) Situation - mit Unterstützung aus dem Publikum (durch Folko von der HuK Hannover sowie die über die Verhältnisse in ihren jeweiligen Landeskirchen naturgemäß selbst bestens informierten TeilnehmerInnen). Er meinte, dass es in so mancher Landeskirche derzeit den Anschein hat, dass sich die jeweilige Synode trotz des Partnerschaftsgesetzes nicht (ggf. nochmals) mit der Thematik befassen möchte. Dabei haben die einzelnen Kirchen in Deutschland ein Selbstbestimmungsrecht, entscheiden also in solchen Fragen autonom. Die Forderung, insbesondere von evangelikaler Seite, dass dann aber ein Magnus Consensus hergestellt werden muss, hält er jedoch für maßlos überzogen: Diesen gilt es zu erreichen bei echten Bekenntnisfragen, nicht aber in weltlichen Dingen wie den Lebensformen. Wichtig hingegen ist hier im Einzelfall, dass die Gemeinde den oder die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft lebende(n) PfarrerIn akzeptiert.

Nach Überlegungen hinsichtlich Allianzen - so z.B. mit alleinerziehenden Pfarrerinnen - folgte der Wunsch nach mehr Vernetzung untereinander, um als stärkere Gruppe dann besser mit den Kirchenleitungen verhandeln zu können. Dazu wurden Kleingruppen nach Landeskirchen in geographischer Nähe gebildet, um untereinander Erfahrungen austauschen und persönliche Kontakte knüpfen zu können zur gegenseitigen Unterstützung. Es wurde überlegt, wie sich der Konvent der Konvente weiterentwickeln kann, ob er etwa zwecks effektiverer Zusammenarbeit öfter als nur anlässlich der Kirchentage zusammenkommen sollte.

(Nach eigenen Eindrücken des HuK Hannover-Internetredakteurs sowie einer Textskizze von unserer Praktikantin Ulrike K.)



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© 2005 HuK Hannover e.V. - letzte Änderung am 20.07.2005