Aktuelles



Gedenkveranstaltung in Ahlem
am 27. Januar 2010

mit der Vorstellung eines schwulen NS-Opfers

Seit 1996 ist der 27. Januar, der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch sowjetische Soldaten (am 27. Januar 1945), in Deutschland ein offizieller Gedenktag, seit 2005 auch international als Holocaust-Gedenktag. Bei der Gedenkfeier der Region Hannover an der Mahn- und Gedenkstätte Ahlem wird in jedem Jahr an ein NS-Opfer erinnert, das beispielhaft für (s)eine Opfergruppe steht - wobei jedes Jahr eine andere Opfergruppe im Zentrum steht. 2010 ist dies die Opfergruppe der Schwulen (oder männlichen Homosexuellen).

Auschwitz ist dabei geradezu das Synonym für das nationalsozialistische Ausbeutungs- und Terror-System von Konzentrations- und Vernichtungslagern, das Angehörige praktisch aller von den Nazis verfolgten Opfergruppen durchlebt und durchlitten haben. Mit seiner Befreiung begann das Ende dieses verbrecherischen Systems, das jedoch viel zu viele der an jenem historischen Datum noch in der Gewalt der Nazis befindlichen Menschen tragischerweise nicht mehr erleben durften. So waren aus Auschwitz selbst in der Zeit vom 17. bis 23. Januar 1945 nach Schätzungen bis zu 60.000 Menschen "evakuiert" worden, teils mit Zügen in offenen Güterwagen, teils zu Fuß auf Todesmärschen; bis zu einem Viertel dieser "Evakuierten" überlebte die "Evakuierung" nicht! Von den verbliebenen weit über 7.000 Personen - Kranke und stark Geschwächte - wurden buchstäblich in letzter Minute noch bis zu 300 von den SS-Wachen erschossen, so dass nur knapp 7.000 die Befreiung erlebten - die wiederum mehr als 230 Sowjetsoldaten das Leben kostete. Mit jeder Stunde Verspätung der Befreiung wäre die Zahl der Erschossenen höher und die der Befreiten geringer ausgefallen. Wie jedoch bei anderen Konzentrationslagern auch, waren von den Befreiten etliche bereits so sehr geschwächt, dass sie trotz ärztlicher Hilfe ihre Befreiung nur um wenige Stunden oder Tage überlebten. - Bis zur endgültigen Niederlage des Nationalsozialismus knapp dreieinhalb Monate später steigerten sich die Opferzahlen noch dramatisch, nicht zuletzt weil viele inhaftierte Gegner des Regimes gerade noch in dessen letzten Stunden ermordet wurden.

"Auschwitz" ist die Eindeutschung des polnischen Ortsnamens Oswiecim, einer Stadt im damaligen Südwesten Polens, die im heutigen Polen am südlichen Rand, aber dort etwa in der Mitte liegt, nicht weit von jenem Dreiländereck, wo die Grenzen Polens, Tschechiens und der Slowakei zusammentreffen. Unter Nutzung eines 1916 errichteten Barackenlagers für Erntehelfer und alter polnischer Armeekasernen wurden dort von Mai 1940 bis Januar 1945 drei Hauptlager (Auschwitz I oder "Stammlager", Auschwitz-Birkenau (A. II) und Auschwitz III (= Auschwitz-Monowitz)) sowie bis zu 39 Nebenlager eingerichtet und betrieben. Während letztere vor allem Zwangsarbeiter für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe im weiten Umkreis beherbergten, waren die Ausbeutung örtlicher Sand- und Kiesgruben, die Ausführung von Reparaturaufträgen der Wehrmacht und die "Vermietung" der Häftlinge an Privatfirmen durch die SS die "wirtschaftliche Basis" der Lager, bis 1941 die Buna-Produktion durch die I.G. Farben hinzukam. Auch die I.G. Farben war an den meist tödlich endenden "medizinischen" Menschenversuchen in Auschwitz beteiligt wie auch an der Entwicklung von Techniken zum industriemäßig betriebenen Massenmord; eine Tochterfirma lieferte das Zyklon B für die Gaskammern.

Dabei waren polnische politische Häftlinge die erste Häftlingsgruppe in Auschwitz, gefolgt von polnischen Juden und nach und nach Angehörigen all jener Gruppen, denen die Feindseligkeit der Nazis galt. (Deutsche politische oder auch als Kriminelle Inhaftierte waren dabei schon bald für sogenannte Kapo-Funktionen nach Auschwitz gebracht worden.) - Im Gegensatz zu den im Lager (bzw. in den Lagern) Inhaftierten - zeitweise bis zu 80.000 Personen gleichzeitig - wurden die zur Vernichtung in Auschwitz-Birkenau "vorgesehenen" Opfer gar nicht erst in Lagerinsassenlisten erfasst. Historiker gehen von über 1,1 Millionen hier Ermordeten aus, also gut einem Sechstel aller Opfer nationalsozialistischer Massenmorde allein an diesem einen Ort.

(Nach verschiedenen Quellen incl. Wikipedia von B. König zusammengestellt)

Presseeinladung    Region Hannover


Der Regionspräsident

Kommunikation
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Fax: 0511/616-22495
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Internet: www.hannover.de


Hannover, den 22.01.2010


Gemeinsame Kranzniederlegung zum Holocaust-Gedenktag


Doris Klawunde, Stellvertretende Regionspräsidentin, und Hannovers Bürgermeister Bernd Strauch werden am kommenden Mittwoch gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Opferverbände und der jüdischen Gemeinden der Opfer des Holocausts gedenken.

Die Feier anlässlich des internationalen Gedenktages zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz findet statt am

Mittwoch, 27. Januar 2010‚ Beginn 16.00 Uhr, Raum EFB,
Geschäftsbereich Gartenbau der Lehr- und Versuchsanstalt Ahlem,
Heisterbergallee 12, 30453 Ahlem


Ablauf

Ansprache: Doris Klawunde, Stellv. Regionspräsidentin Region Hannover

Ansprache: Bernd Strauch, Bürgermeister Stadt Hannover

Vortrag: Rainer Hoffschildt "Zum Schicksal von Friedrich Schwarz 1886-1943"

Ansprache: Christian Sundermann, Superintendent des Amtsbereiches West im Ev.luth.
Stadtkirchenverband Hannover

Musikalische Kompositionen von Gideon Klein, Ernest Bloch und Ben-Zion Orgad, gespielt von Ulrich von Wrochem, Viola


Im Anschluss (ca. 16:45 Uhr): Gemeinsame Kranzniederlegung am alten Eingangstor der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule Ahlem/Gedenkstätte Ahlem

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© Region Hannover & HuK Hannover e.V. 26.01.2010 - letzte Änderung am 03.02.2010